Aufgrund der Corona-Pandemie befindet sich Stockheims beliebte bergmännische Traditionspflege erneut auf Tauchstation. Bergmännische Weihnacht, Weihnachtsmarkt , Barbarafeier mit Mettenschicht sowie das Weihnachtskonzert der Bergmannskapelle fallen Covid-19 zum Opfer. Insbesondere die große Bergparade lockte früher zahlreiche Gäste an. Lediglich am Samstag, 4. Dezember, findet um 17 Uhr im Gotteshaus St. Wolfgang mit Pfarrer Hans-Michael Dinkel ein Gottesdienst für die verstorbenen Bergleute statt. Für die gesangliche Umrahmung sorgen die Sänger des Volkstrachtenvereins „Zechgemeinschaft“ Neukenroth. Nach wie vor gilt die Maskenpflicht.

Vorsitzender Heiko Eisenbeiß bedauert den Stillstand. Schließlich habe man im verflossenen Jahr für neue aktive Mitglieder Uniformen angeschafft, die privat finanziert wurden. In dieser Hinsicht sei der Knappenverein Stockheim und Umgebung gut aufgestellt, betonte Eisenbeiß.

Obwohl die letzte Steinkohlenzeche „St. Katharina“ im Jahr 1968 für immer schloss, wird dem bergmännischen Brauchtum in der Gemeinde Stockheim und auch im Landkreis Kronach nach wie vor eine große Bedeutung beigemessen. Die örtlichen Steinkohlengruben in Stockheim , Reitsch sowie im benachbarten Neuhaus haben die Region entscheidend mitgeprägt und maßgeblich zu ihrer industriellen Entwicklung beigetragen. Von 1935 bis 1968 arbeiteten an die 1500 Knappen im Stockheimer Bergbau. Mittlerweile ist auch im Ruhrgebiet mit seinen einstmals 173 Zechen „Schicht im Schacht“.

Bereits seit zwölf Jahren pflegen die Stockheimer intensive Kontakte zu den ehemaligen Bergleuten in Recklinghausen. Tatkräftig haben diese die museale Einrichtung in Stockheim mit Gerätschaften unterstützt.

Große Hoffnung setzt man auf den Ausbau der Rentei (Verwaltungsgebäude) von 1847. Eine besondere Attraktion ist der bergmännisch-geologische Lehrpfad, der an den Steinkohlenbergbau im 18. und 19. Jahrhundert erinnert und vom Förderverein Bergbaugeschichte in Verbindung mit dem Naturpark Frankenwald realisiert wurde. Eine weitere Attraktion ist das Steinkohlen-Geotop, das einen Blick in 290 Millionen Jahre Erdgeschichte freigibt. Immerhin: Das Gestein des Jahres 2018 ist in Bayern das örtliche Steinkohlen-Geotop. gf