Der SPD-Kreisverband will die Energiewende im Kreis nachhaltig voranbringen. Er möchte die Wirtschaft wie die Glashütten unterstützen und den Anstieg der Energiepreise für die Bürger, besonders mit kleineren und mittleren Einkommen, reduzieren. Hierzu fand eine Videokonferenz des Vorstands mit den Betreuungsabgeordneten der SPD für Kronach , MdB Jörg Nürnberger und MdL Klaus Adelt , statt.

Stellvertretender Kreisvorsitzender Ralf Völkl informierte über den Stand der Energiewende , Technologien und Flächenbedarfe sowie zukünftige Szenarien. Jörg Nürnberger berichtete, dass die SPD-geführte Bundesregierung die Neuordnung der Energiepreise eingeleitet habe, um die Wirtschaft und Bürger zu entlasten sowie Arbeitsplätze zu sichern. So sei die EEG-Umlage auf Strom zum 1. Januar von 6,5 auf 3,7 Cent pro Kilowattstunde reduziert worden. Es werde überlegt, sie im kommenden Jahr ganz abzuschaffen. Stattdessen werde die Förderung der erneuerbaren Energien über Haushaltsmittel des Bundes abgewickelt. Weiter habe die Koalition einen Heizkostenzuschuss für Geringverdiener beschlossen.

„Wir müssen die Menschen mit geringen Einkommen vor steigenden Energiepreisen schützen, da sie besonders davon betroffen sind, weil sie sowieso mit den allgemeinen Preissteigerungen zu kämpfen haben und dies nicht einfach ausgleichen können“, forderte Kreisrätin Sabine Gross. Hierzu informierte Nürnberger, dass auch eine stärkere Berücksichtigung bei Hartz IV gerade vom Sozialministerium geprüft werde. Kreisvorsitzender Ralf Pohl gab dem Bundestagsabgeordneten mit, dass die Energiewende nicht zu weiteren Energiekosten-Steigerungen führen dürfe.

In der Diskussion um die aktuell großen Energiepreissteigerungen unterstrich die Zweite Bürgermeisterin von Teuschnitz, Karin Bayer, dass man die Betriebe unbedingt erhalten müsse, weil von diesen Arbeitsplätzen die Zukunft der ganzen Rennsteigregion abhänge. Sie unterstütze deshalb auch den Ausbau erneuerbarer Energien, wie Photovoltaik, vor Ort, weil es durchaus Flächen gebe, die nicht vernünftig landwirtschaftlich genutzt werden könnten und bei denen die Anlagen auch vom Landschaftsbild vertretbar seien.

Speicherung berücksichtigen

Kreisrat Peter Grüdl ergänzte, dass man bei einem weiteren Ausbau auch an die Speicherung der Energie denken müsse, um eine kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten.

Bürgermeister Timo Ehrhardt (Ludwigsstadt) stellte fest, dass es bei den Glashütten aktuell um den sprunghaften Anstieg der Gas- und Strompreise gehe, der vor allem durch die Ukraine-Krise verursacht werde. Der Preis sei kein realer Marktpreis, sondern durch Ängste und Spekulation getrieben worden. Der Anstieg sei nicht durch die erneuerbaren Energien verursacht worden, betonte Völkl, sondern im Wesentlichen durch die konventionellen Energieträger wie Gas und Öl. Deshalb war man sich im Kreisvorstand einig, dass hier eine stärkere staatliche Regulierung und Einflussnahme notwendig sei, um solche Ausschläge in Zukunft zu verhindern. Ehrhardt berichtete, dass man seit über einem Jahr intensive Gespräche über den Ausbau erneuerbarer Energien am Rennsteig führe, um den Glashütten die Chance zu geben, ihre Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen.

Weiterhin diskutierte man darüber, dass vor allem Dachflächen für Photovoltaik genutzt werden müssten, um den Landschaftsverbrauch zu reduzieren. Hierfür müssten zusätzliche Anreize geschaffen werden. vz