Bürgerfreundlichkeit stößt nicht immer auf Verständnis. Das mussten Bürgermeisterin Angela Hofmann ( CSU ) und Stadtplaner Daniel Gerber in der jüngsten Sitzung des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses der Stadt zur Kenntnis nehmen.

Klaus Simon ( SPD ) hatte zu Beginn der Sitzung einen Verstoß gegen die Geschäftsordnung moniert. Ein Bauantrag sei erst nach der Abgabefrist eingereicht worden und müsse folglich aus Gründen der Gleichbehandlung abgesetzt werden. Daniel Gerber erwiderte, dass man in der Vergangenheit schon öfter aus Gründen der Bürgerfreundlichkeit so verfahren sei. Auch die Rathauschefin verteidigte das Vorgehen der Verwaltung und wunderte sich über die Auslegung Simons. Zu einer Abstimmung kam es nicht, da die anwesende Bürgerin ihren Bauantrag zurückzog.

Einvernehmen verweigert

Einem Vorbescheid für die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit sechs Wohnungen in Seelach verweigerte das Gremium einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Stadtplaner Gerber meinte, eine Realisierung würde zu einer Zersiedelung in dem Stadtteil beitragen. Die dargestellte Kubatur – 21 Meter lang, zehn Meter breit und je nach Ansichtsstandort zwischen 5,50 und zehn Meter hoch – würde sich nicht in die Gebäudestruktur einfügen. Diese Meinung bestätigte Daniel Götz (Zukunft Kronach ), die Maße des Gebäudes seien viel zu groß, man dürfe keinen Präzedenzfall schaffen.

Ein Antrag auf Nutzungsänderung stellt in der Regel kein Problem dar. Anders im Falle eines Friseurgeschäfts, das in einen Laden für asiatische Lebensmittel umgewandelt werden soll. Stadtplaner Gerber verwies darauf, dass mehrfach angeforderte Unterlagen noch nicht vorlägen. Insbesondere gehe es um einen Stellplatznachweis und einen Entwässerungsplan. Sollten die Unterlagen bis zum 12. Oktober nicht im Rathaus eingetroffen sein, wurde die Bürgermeisterin ermächtigt, das gemeindliche Einvernehmen zu verweigern.

Mit einigen Auflagen befürwortete das Gremium den Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in Friesen. Ein Mehrfamilienwohnhaus Am Krahenberg darf errichtet werden, wenn der Wasser- und Kanalanschluss mit den Stadtwerken abgestimmt worden ist. Grünes Licht gab es für den Neubau einer Lagerhalle in Neuses, hier muss allerdings noch das Wasserwirtschaftsamt gehört werden. In Gehülz darf ein „Tiny Loft“ nur gebaut werden, wenn der ortsbildprägende Baumbestand erhalten bleibt. Eine 18 Meter hohe Werbe-Pylone neben dem Edeka-Markt in der Weißenbrunner Straße war den Räten deutlich zu hoch. eh