Pressig  —  Der Markt Pressig ist um die Schaffung von öffentlichen Parkplätzen seit geraumer Zeit bemüht. Erste Erfolge zeichnen sich nun ab. Bürgermeister Stefan Heinlein informierte in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates, dass dabei auch ein vor längerer Zeit gestellter Antrag von Behindertenbeauftragten Hasan Dag ( SPD ) nach Ausweisung von Parkplätzen für Menschen mit Behinderung besondere Rücksicht fand.

Nach Prüfung mehrerer Standorte können zwei neue Parkplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen werden: direkt vor dem Rathaus und der katholischen Herz-Jesu-Kirche in Pressig und ein zweiter Parkplatz am Bahnhof entlang der ehemaligen Kantine. Die benötigten Materialien (Schilder und Bodenmarkierungen) wurden bereits beschafft und werden bei passender Witterung angebracht. Im Anschluss an die Fertigstellung dieser „Musterparkplätze“ werden von der Verwaltung alle Vereine mit Vereinshäusern, die Träger der Kindergärten, Gaststättenbesitzer, Geschäftsinhaber und Firmen angeschrieben, um eine freiwillige Errichtung von Behindertenparkplätzen zu erbitten.

Bürgermeister Heinlein und der Ordnungsamtsleiter Jürgen Fischer berichteten über die allgemeine Verkehrs- und Parksituation am Bahnhofsplatz. Dieser ist geprägt durch den Bus- und Bahnverkehr und von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zum Bahnhof bringen oder holen und dabei den Busverkehr durch Parken am Straßenrand erheblich behindern. Dadurch kommt es zu gefährlichen Situationen bei heranfahrenden oder wegfahrenden Omnibussen.

Im Bereich des Bahnhofsplatzes gibt es keine gemeindlichen Grundstücke. Mit Eigentümern angrenzender Grundstücke wurden Verhandlungen und Gespräche geführt. Die Firma Rauschert und ein Privateigentümer, Wilhelm Fiedler, überlassen der Gemeinde den an der alten Bahnhofskantine angrenzenden Parkplatz zur öffentlichen Nutzung. Auf den beiden bereits asphaltierten Grundstücken können somit acht Parkplätze (darunter auch der genannte Parkplatz für Menschen mit Behinderung), geschaffen werden. Im Gegenzug übernimmt die Marktgemeinde die Verkehrssicherungspflicht.

Zu wenig Platz an der B 85

Weniger erfolgreich war der Markt Pressig mit der Ausweisung von Parkbuchten entlang der B 85 als Parkplätze mit einer Begrenzung der Parkdauer. Es wurde festgestellt, dass die dafür erforderliche Mindestbreite von 2,75 Meter nicht möglich ist. Somit können die Parkbuchten zwar weiterhin als Stellplatz genutzt werden, aber nicht als Parkplatz ausgewiesen werden.

Der Marktgemeinderat legte sich zum Jahresabschluss nochmals richtig ins Zeug. So wurden die Architektenleistungen und Planungsleistungen für die Sanierung des Kindergartens St. Franziskus Rothenkirchen vergeben und zugleich auch der weitere Weg geebnet für die dadurch notwendig gewordene Außengruppe. Die Außengruppe wird im ehemaligen Textilfachgeschäft Scherbel Mode und Sport entstehen, wozu erhebliche Umbaumaßnahmen erforderlich sind. Die Architektenleistungen für die Errichtung einer Außengruppe des Kindergartens St. Franziskus Rothenkirchen wurden an das Architekturbüro Schöttner aus Wallenfels zum Honorarpreis von 141 504 Euro, vergeben. Architekt Kersten Schöttner äußerte zum weiteren Vorgehen, dass die Ausführungsplanungen fertig sind und der Regierung von Oberfranken vorgelegt werden. Nach den Feiertagen am Jahresanfang 2022 sollen die Ausschreibungen veröffentlicht werden, Baubeginn wird für Ende Februar vorgesehen. „Wenn alles klappt und wenn alles gut läuft“, wird man nach der Sommerpause Einzug ins Außenquartier halten können.

Als außerordentlich erfreulich bezeichnete es Bürgermeister Stefan Heinlein, dass punktgenau noch vor der Ratssitzung die Zustimmung der Regierung von Oberfranken zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn eingetroffen ist. Hierzu wurde auch unverbindlich eine Förderung in Höhe von 460 000 Euro (entspricht 75,11 Prozent) in Aussicht gestellt.

Unerwartetes Weihnachtsgeschenk

Zu den positiven Nachrichten des Tages gehörte auch, dass das Kommunalunternehmen Lucas-Cranach-Campus Kronach das seit Jahren leerstehende Gebäude des ehemaligen Hotel Hans-Veit erworben hat. Im Umgriff um die positiven Veränderungen (Marktplatzneugestaltung, Neubau des Frauenhoferareals, Kindergartensanierung, etc.) stellte das alte Gebäude einen der letzten Schandflecke dar. Die Nutzung in Zukunft ist noch in der Planung.

Ein unerwartetes Weihnachtsgeschenk in Höhe von 94 000 Euro gab es durch das Förderprogramm „Iron-Curtain-Trail“. Das betrifft den europäischen Fernradweg , der entlang der ehemaligen Grenze des Eisernen Vorhangs verläuft. Im Markt Pressig verläuft dieser entlang des Weissbachgrundes von Neukenroth in Richtung Heinersdorf. Mit den Fördergeldern soll der Radweg in seiner Oberflächenbeschaffenheit verbessert werden, um zukünftig eine verkehrssichere Fahrbahnoberfläche zu erreichen.

Auch für das begonnene integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) habe der Markt Pressig für vorbereitende Untersuchungen einen Förderbescheid über 61 700 Euro erhalten.

Die Vorplanungen für die Generalsanierung und Erweiterung des Kindergartens St. Franziskus wurden seit dem Jahr 2015 in Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirchenstiftung Rothenkirchen bereits durch das Architekturbüro Schöttner aus Wallenfels durchgeführt. Mit Beschluss vom 24. November dieses Jahres hat die Katholische Kirchenstiftung die Bauträgerschaft an den Markt Pressig übertragen.

Nun wurden die Architektenleistungen für die Sanierung und Erweiterung des Katholischen Kindergartens St. Franziskus an das Architekturbüro Schöttner zu einer Honorarsumme von 249 478 Euro einstimmig vom Gemeinderatsgremium vergeben. Die Planungsleistungen für die Technische Ausrüstung gingen an das Büro Berndorfer aus Kronach mit einer Honorarsumme von 72 629 Euro.