Kronach  —  Eines wurde in der Sitzung des Ausschusses für Schule , Kultur und Sport am Dienstag im Landratsamt sehr deutlich: Neben der erfolgreichen Einführung des Lucas-Cranach-Campus in der Kreisstadt stellt sich der Landkreis Kronach auch den sonstigen Herausforderungen, die an den vielfältigen Bildungseinrichtungen anstehen, z.B. die Digitalisierung der Schulen , aber auch Erweiterungen, Sanierungen oder gar Erneuerungen der Bildungseinrichtungen, für die der Landkreis als Sachaufwandsträger fungiert. In den nächsten Jahren wird der Landkreis laut Landrat Klaus Löffler Investitionen in das Bildungswesen in Höhe von wohl 50 Millionen (allein die Berufsschule wird auf ein Kostenvolumen zwischen 30 bis 40 Millionen Euro geschätzt) tätigen. Dafür hat man einen Hochbaurahmenplan erstellt.

Es war in jeder Hinsicht eine außergewöhnliche Ausschusssitzung, denn an der Videokonferenz nahmen auch die Schulleitungen teil. Landrat Löffler fasste eingangs zusammen, welche Initiativen und Maßnahmen während seiner Amtszeit für die Schulen in der Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises angestoßen oder schon durchgeführt wurden. In Gesamtsumme handelt es sich um rund 1,7 Millionen Euro allein für Infrastrukturverbesserungen, besonders in die Digitalisierung und auch in Infektionsschutz. Der vom Kreisausschuss beschlossene Hochbaurahmenplan umfasse: die Berufsschule mit Sportanlagen einschließlich der Sportanlagen des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums, die Generalsanierung der Realschule I (Mensa, Container, Sporthalle, Lehrschwimmbecken), Sporthallen am Schulzentrum , sowie Sanierung /Erweiterung des Frankenwaldgymnasiums und Realschule II nach Abschluss der Generalsanierung der Mittelschule und die Sanierung der Pestalozzischule.

Inzwischen haben die Schulen , die für die Genehmigung der Raumprogramme erforderlichen Unterlagen von der Regierung von Oberfranken zur Überarbeitung erhalten und werden von ihnen aktualisiert. Die Regierung hat schon bestätigt, dass eine weitere Sporthalle notwendig ist. Die Fördermittel wurden beantragt, doch in welcher Form die Halle gefördert wird, muss noch abgeklärt werden. Thomas Löffler ( CSU ) und Dietmar Schmidt ( SPD ) wollten nähere Informationen über den Standort - Schulzentrum oder Kaspar-Zeuß-Gymnasium? Der Vorsitzende erklärte, dass es dazu mehrere Überlegungen gebe, es würden auch Synergien mit der Berufsschule in Betracht gezogen.

Apropos Berufsschule . Für die wohl größte Baumaßnahme in nächster Zeit - geschätzt mindestens 30 Millionen Euro - gab Kreiskämmerer Marc Peter Biedermann einen ausführlichen Sachstandsbericht über bauliche Untersuchungen und Gutachten. Bis Ende März soll hierzu noch eine Raummatrix erstellt werden. Erst danach könne entschieden werden, ob es zu einem Abbruch des 1965 erbauten Gebäudes, kommt oder ob eine Generalsanierung rechnerisch tragbar ist. "Wir rechnen damit, dass wir im Jahr 2022 in einem Architektenwettbewerb einsteigen können, das geht leider nicht schneller aufgrund der umfangreichen Untersuchungen und Gutachten", so Landrat Klaus Löffler .

Das Gremium stimmte nach Sachvortrag von Kreiskämmerer Biedermann den Haushaltplanentwurf für Schule , Kultur und Sport vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistages einstimmig zu. Der Zuschussbedarf im Verwaltungshaushalt für die Schulen des Landkreises erhöht sich gegenüber dem Vorjahr moderat um rund 30 000 Euro auf 2,28 Millionen Euro. Der Gesamthaushalt Schulen weist im Verwaltungshaushalt 2021 rund 7,4 Millionen Euro an Ausgaben aus. Dabei konnten Einsparungen bei Reinigungskosten von rund 234 000 Euro erreicht werden, ebenso gab es im Heizungs- und Energiebereich erhebliche Verbrauchssenkungen.

Die größte Ausgabenposition stellt die Schülerbeförderung mit rund 1,923 Millionen Euro für 1906 Schüler . Die staatlichen Zuschüsse werden sich dafür auf 1,275 Millionen Euro belaufen.

Im Kulturbereich belaufen sich die Ausgaben im Verwaltungshaushalt auf 1,691 Millionen Euro, der Zuschussbedarf auf 1,48 Millionen Euro. Das Investitionsvolumen im Vermögenshaushalt beläuft sich für Schulen auf circa 2,2 und für Kultur auf 0,4 Millionen Euro.

Schülerzahl sinkt

Zu den Schülerzahlen: Im Schuljahr 2020/2021 hat sich die Schülerzahl an den Kreisschulen um 128 auf 3577 Schüler (Vorjahr 3705) reduziert. An den Gymnasien sind 1282 Schüler (minus 41), in den Realschulen 1 057 (plus 3) und an den beruflichen Schulen 1238 Schüler (minus 90) registriert. Die Pestalozzi-Schule (188) und die Berufsfachschule für Musik (50) einbezogen, für die der Landkreis anteilig den Sachaufwand mitfinanziert, trägt der Landkreis den Sachaufwand für 3815 Schüler (Vorjahr 3927). Hinzu kommen 600 Gastschüler, deren Gastschulbeiträge an andere Gebietskörperschaften abgeführt werden müssen, so dass vom Landkreis der schulische Sachaufwand für über 4400 Schüler geschultert werden muss.

In den Gründungsjahren sah es bei der FOS Rennsteig/ Kronach nach einer Fehlgeburt aus. Mittlerweile schaut man mit 49 Schülern auf den bisherigen Höchstwert, was die ständig steigende Attraktivität unterstreicht, so dass man von einer erfolgreichen Institution sprechen kann.