Die Nürnberger Frankenschnellwegbrücke bleibt bis zu ihrem Abbruch vollständig gesperrt. "Die Standsicherheit der Brücke ist unter Verkehr nicht mehr gegeben", erklärt die Stadt.
Es ist ein Mammutprojekt: Seit rund zweieinhalb Jahren sorgt der Ersatzneubau der Nürnberger Hafenbrücken immer wieder für Verkehrseinschränkungen im Stadtgebiet. Das rund 347,5 Millionen Euro teure Vorhaben umfasst neben dem Abriss und Neubau der Brücken auch die Umgestaltung angrenzender Straßen sowie weitere begleitende Baumaßnahmen. Mitte März kam es vor Ort erneut zu Sperrungen - diesmal allerdings nicht wegen Bauarbeiten, sondern wegen turnusmäßiger Bauwerksprüfungen.
Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg kontrollierte bis Ende vergangener Woche die Frankenschnellwegbrücke über die Südwesttangente und den Main-Donau-Kanal sowie die weiter südlich gelegenen Hafenbrücken. Infolgedessen kommt es nun zu einer drastischen Maßnahme.
Frankenschnellwegbrücke in Nürnberg bleibt dauerhaft gesperrt - erheblich neue Schäden festgestellt
Die Frankenschnellwegbrücke über den Main-Donau-Kanal und die Südwesttangente am Kreuz Nürnberg-Hafen bleibt bis zu ihrem Abbruch vollständig für den Verkehr gesperrt. Dies geht aus dem endgültigen Prüfergebnis hervor, das der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) vorgelegt hat. Die Brücke war bereits am 18. März 2026 gesperrt worden. "Sie kann nicht mehr befahren werden", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung der Stadt Nürnberg.
Nach Angaben von Sör ist die Standsicherheit der Brücke unter Verkehr nicht mehr gegeben. Autofahrer auf dem Frankenschnellweg können die Sperrung über die Anschlussstelle Nürnberg-Hafen-Ost umfahren. Ein Konzept zur Entlastung des Verkehrs im Umfeld der Hafenbrücken wird derzeit unter Beteiligung des Verkehrsplanungsamts erarbeitet. "Im Vergleich zur zuletzt durchgeführten Sonderprüfung im August 2025 wurden erhebliche neue Schäden festgestellt", berichtet die Stadt.
In der Feldmitte an der Unterseite der Plattenbalken zeigten sich demzufolge eine deutliche Zunahme von Kiesnestern und Hohlstellen sowie freiliegende und teilweise verbundlose Hüllrohre der Spannglieder. Zudem wurde festgestellt, dass der Verbund zwischen Spannstahl und umgebendem Beton stellenweise fehlt. Mehrere Betonabschnitte ließen sich durch Abklopfen leicht mechanisch lösen. In der Feldmitte wurde ein Durchhang mit optisch erkennbarer Absenkung festgestellt.
"Ergebnis eindeutig": Standsicherheit der Brücke unter Verkehr nicht mehr gegeben
An den Stützen traten Querrisse im unteren Bereich der Platte auf, die auf eine Durchbiegung hindeuten. Ein Riss im Fahrbahnbelag quer zur Fahrtrichtung wurde ebenfalls dokumentiert. Nach dem Abtrag von Asphaltbelag und Abdichtung am 19. März 2026 bestätigte sich der Stadt zufolge, dass dieser Riss auch in der Betonplatte weiterverläuft.
"Das Ergebnis der Prüfung ist eindeutig: Die Standsicherheit der Brücke ist unter Verkehr nicht mehr gegeben", heißt es in der Mitteilung der Stadt. "Die unverzügliche Sperrung für den Verkehr über die Brücke war notwendig." Auf die Kanalschifffahrt und den Verkehr auf der Südwesttangente habe die Sperrung keinen Einfluss.