Der VfR Johannisthal erinnert an seine Gründung vor 100 Jahren im Jahr 1920. Allerdings konnte der Verein die für vergangenes Jahr angesetzte Feier nicht veranstalten. Der Bayerische Landessportverband (BLSV) ließ es sich allerdings nicht nehmen, mit einer Ehrenurkunde zu gratulieren. Die Urkunde überbrachte in diesen Tagen der BLSV-Kreisvorsitzende Mario Schmid an den Jubelverein.

VfR-Vorsitzender Marc Bergauer dankte für die Ehrung und die Glückwünsche. Der 160-Mitglieder-Verein ist heute ein sogenannter Einspartenverein und bietet nur Fußball an.

Zur Geschichte: In Johannisthal gab es eigentlich schon immer Fußballer . Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg zählte der VfR zu den Fußballhochburgen. Die Mannschaft spielte gegen Schweinfurt, Hof und andere städtische Fußballclubs . Nicht nur die Herren waren erfolgreich , sondern auch die Schüler. Es gab allerdings auch unschöne Zeiten. 1963 musste sich der VfR vom Spielbetrieb zurückziehen. Aber es ging wieder aufwärts. In den 1970er Jahren gelang der Durchmarsch von der damaligen C- Klasse bis in die Bezirksliga.

1978 wurde das Sportheim mit viel Eigenleistung fertiggestellt. 1983 war ein weiteres Highlight in der Vereinsgeschichte : der Einzug ins oberfränkische DFB-Pokalfinale. Stefan Sachs, ein Eigengewächs, ist in Bayreuth Zweitligaprofi geworden.

Bis in die Bezirksoberliga hinauf

In den 1990er Jahren war der VfR fast ausschließlich in der Bezirksliga vertreten und machte sich über die Landkreisgrenzen hinaus einen guten Namen. 1993/1994 trat das Team sogar in der Bezirksoberliga an.

2002 ging es nach unten in die Kreisliga Kronach. In der Saison 2009/2010 hatten „die Korbmacher“, wie der VfR gerne genannt wird, schwer zu kämpfen. Mit viel Fortuna konnte der Klassenerhalt gesichert werden. Bis heute pendelt der VfR zwischen der Kreisklasse und der Kreisliga hin und her. Das Ziel für die Zukunft heißt laut Vorsitzendem Bergauer: „Von der sogenannten Fahrstuhlmannschaft wegzukommen, uns in der Kreisliga zu etablieren und so lange wie möglich eine eigenständige Erste Fußballmannschaft zu stellen.“

Jedoch fehle derzeit dazu der Unterbau, bedauert der Vorsitzende. Es gebe keine eigene Jugend, auch nicht in einer Spielgemeinschaft (SG) mit anderen Vereinen.

Der kleine Dorfverein wurde, wie wohl viele andere Vereine auch, von der Pandemie finanziell hart getroffen. Unter den 160 Mitgliedern gibt es aber viele Idealisten, die den Verein in den Lockdown-Phasen durch finanzielle Zuwendungen enorm unterstützt haben. So sieht der Verein dennoch optimistisch in die Zukunft. eh