Kleine Kulleräuglein, ein zierliches Schnäuzchen und dünne Streichholz-Beine - keine Frage: Pinchi ist ja sooo süß! Aber aufgepasst! Der kleine Mann ist nämlich alles andere als ein Schoßhündchen. Was da als niedlicher Dreikäsehoch daherkommt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als selbstbewusste Persönlichkeit, die mit ihrem riesigen Ego locker jedem Schäferhund Konkurrenz macht. Wer Pinscher kennt - und Zwergpinscher sind da keine Ausnahme - weiß, dass diese Hunde robust und mutig sind und das Herz eines Löwen in sich tragen. Auch Pinchi ist da keine Ausnahme.

Er ist daher nicht für Hundeanfänger und auch nicht für Familien mit Kindern geeignet. Für ihn sucht das Tierheim Kronach definitiv Menschen, die schon Hundeerfahrung mitbringen (am besten natürlich mit Pinschern) und die das richtige Händchen haben, dem kleinen Charakterkopf liebevoll, aber bestimmt seine Grenzen aufzuzeigen.

Trotz seiner geringen Größe ist Pinchi ein Wachhund par excellence. Nach seinem Weltbild haben fremde Besucher in seinem Revier nichts verloren und dürfen auch beim Spazierengehen nicht zu nahe an seine Bezugspersonen herankommen. Seine Menschen wie auch sein Hab und Gut verteidigt er mit Vehemenz. Da ist dann wirklich nicht gut mit dem Knirps Kirschen essen. Zwar gewöhnt er sich trotzdem auch an neue Gesichter, aber vor allem bei Männern tut er sich in der Regel etwas schwer. Zu Frauen findet er viel leichter Zugang.

Pinchi braucht Menschen, die eine natürliche Führungsposition einnehmen und genügend Dominanz und Souveränität ausstrahlen, dass sich der Dreikäsehoch bei ihnen sicher fühlt und nicht selbst die Führung an sich reißen muss. Er muss seine Grenzen ganz genau kennen und braucht klare Regeln und Strukturen, weil er sonst das Ruder selbst in die Pfote nimmt und alles nach eigenem Gutdünken managt - und das ist leider nicht unbedingt im Sinn seines Besitzers.

Wer sich für Pinchi interessiert und ihm eine Chance geben möchte, muss etwas Zeit und Geduld mitbringen, damit er Pinchi zusammen mit seinem Gassi-Frauchen erst einige Male beim Spazierengehen begleiten kann. So kann der forsche Knirps eine neue Bezugsperson langsam und auf neutralem Gelände kennenlernen.

Bei seinen gewohnten Bezugspersonen ist Pinchi übrigens sehr verschmust und anhänglich. Er liebt kuschelige Körbchen und Wärme, genießt es, sich streicheln und liebkosen zu lassen und bringt uns immer wieder zum Schmunzeln, wenn er auf dem Bauch liegend alle Viere von sich streckt und dann aussieht wie ein Bettvorleger. Auch wenn er noch so groß tut - wie alle Hunde möchte er doch geliebt werden, möchte Sicherheit erfahren und sich gut aufgehoben wissen.

Pinchi ist stubenrein, mag aber nicht gern allein zu Hause bleiben. Dann kann es sein, dass er etwas jammert. Er macht aber nichts kaputt und benimmt sich auch sonst sehr anständig in der Wohnung. Autofahren ist kein Problem.

Dass er heuer zehn Jahre alt wird, merkt man ihm außer an seinem grauen Schnäuzchen überhaupt nicht an. Pinchi ist topfit, unternehmungslustig, ausdauernd und agil.

Mit anderen Hunden verträgt er sich im Tierheim eigentlich gut. Beim Spazierengehen hat er aber auch hier die Angewohnheit, die Führung an sich zu reißen und fremde, entgegenkommende Hunde anzupöbeln. Auch hier zeigt sich, dass er Menschen braucht, die souverän genug sind, um ihm genau vorgeben zu können, was er zu tun und zu lassen hat.

Pinchi ist sicher nicht der einfachste Charakter. Aber er hat trotzdem das gewisse Etwas, er hat Charme und ist auf seine ganz eigene Weise ein ganz besonderer kleiner Hund.

In den richtigen Händen könnte er sich als treuer und anhänglicher Begleiter erweisen, mit dem man Pferde stehlen kann. Ohne genügend Führung allerdings ist er ein kleiner Krawall-Knirps, der einem das Leben schwer macht.

Im Tierheim Kronach weiß man, dass es nicht leicht sein wird, genau die richtige Mischung Mensch für Pinchi zu finden. Wer mehr wissen möchte, kann sich mit dem Tierschutzverein Kronach , Ottenhof 2, Telefonnummer 09261/20111, E-Mail tsvkc@gmx.de in Verbindung setzen. red