Der VHS-Musikring lädt am Samstag, 15. Januar, zu einem weiteren Konzert ein. Das Ensemble „La Selva Armonica“ spielt um 19.30 Uhr im Kreiskulturraum Kronach Kammermusik für Flöte, Oboe und Fagott . Das Trio – zu Deutsch: die harmonischen, wohlklingenden Holzbläser – gründete sich 2009, um Musik der Klassik auf historischen Instrumenten zu spielen.

Ulrike Hünefeld (Traversflöte) studierte nach ihrem Abitur Flöte an der Hochschule für Musik in München und legte dort ihre Diplomprüfung ab. Im Anschluss spielte sie mehrere Jahre bei den Nürnberger Symphonikern und im Orchester des Landestheaters Coburg . Parallel zu ihrer Tätigkeit als Orchestermusikerin nahm sie 1994 die Arbeit an der Musikschule Kronach sowie zwei Jahre später an der Berufsfachschule für Musik in Kronach auf, wo sie bis heute pädagogisch tätig ist. Zudem hat sie einen Lehrauftrag in Kulmbach.

Mitorganisatorin auf der Bühne

Seit der Saison 2011/12 ist Ulrike Hünefeld auch Mitorganisatorin der Konzertreihe „VHS-Musikring“ in Kronach . Ein Studium in Historischer Interpretationspraxis und Traversflöte an der Musikhochschule in Frankfurt ergänzt ihre musikalische Ausbildung.

Astrid Knöchlein ( Oboe ) war bereits während ihrer Schulzeit Jungstudentin im Fach Blockflöte am Meistersinger-Konservatorium in Nürnberg. Nach dem Abitur schloss sie an der Zürcher Hochschule der Künste sowohl ihr Lehr- als auch ihr Konzertdiplom mit Auszeichnung ab. Anschließend studierte sie historische Oboeninstrumente in Trossingen und Verona und absolvierte ein Masterstudium am Conservatorium van Amsterdam.

Geboren in Madison, Wisconsin (USA), lebt Julia Marion ( Fagott ) seit 2011 in der Dreiländerregion im Grenzgebiet von Deutschland, Frankreich und der Schweiz, wo sie im Rahmen eines Master of Arts an der Schola Cantorum Basiliensis studierte. Davor hatte sie ihr Studium mit einem Bachelor an der Universität ihrer Heimatstadt Madison abgeschlossen, wo sie sowohl modernes als auch historisches Fagott studierte. Sie konzertiert regelmäßig mit dem Ensemble „Le Buisson Prospérant“ in Zürich. Des Weiteren musizierte sie mit verschiedenen Ensembles der historischen Aufführungspraxis und trat beim Boston Early Music Festival auf.

Klare Strukturen

Im ausgehenden 18. Jahrhundert entstand ein neuer Musikstil, in dem die Melodie in den Vordergrund trat, die Harmonien einfacher wurden und die Musik „klassische“, also klare Strukturen erhielt. Zu dieser Zeit kam auch reine Bläsermusik in Mode. Um 1770 entstanden „Harmoniemusiken“ – Bearbeitungen bekannter Werke für eine reine Bläserbesetzung. Sozusagen als Äquivalent zum Streichquartett etablierte der Komponist Anton Reicha eine neue Gattung, das Holzbläserquintett. Auch für kleinere Besetzungen mit Flöte, Oboe und Fagott entstanden neue Kompositionen.

Um der Musiksprache dieser Epoche nahezukommen, spielt das Trio „La Selva Armonica“ auf Kopien historischer Instrumente der Klassik. Die Divertimenti KV 439 b komponierte Wolfgang Amadeus Mozart für seinen Freund, den Klarinettisten Anton Stadler, für Bassetthorn-Trio zur abendlichen Unterhaltung, sozusagen als „Hausmusik“. Durch die Besetzung mit nur drei Blasinstrumenten entsteht Klarheit und Leichtigkeit. Bei den englischen Amateurmusikern war die Flöte ein beliebtes Instrument. Lord Abingdon, ein Londoner Musikliebhaber, spielte Flöte. Für ihn schrieb Joseph Haydn 1794 zwei seiner „Londoner Trios“ für zwei Flöten und Violoncello. Auch diese Stücke sind „Unterhaltungsmusik“ im besten Sinne des Wortes und erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Im Konzert erklingt das erste „Londoner Trio“ in C-Dur.

Von Alessandro Besozzi stammt das Trio G-Dur, das er ursprünglich für Oboe , Violine und Violoncello oder Fagott komponiert hat. Originale, vom Komponisten für Flöte, Oboe und Fagott vorgesehene Werke gibt es in der Klassik nicht allzu viele. Hier wird man fündig bei Jacques Christian Michel Widerkehr, einem gebürtigen Straßburger, der in Paris lebte und wirkte. Von ihm intoniert „La Selva Armonica“ das dreisätzige Trio d-moll. red