Für junge Familien, die ihrem Heimatort treu bleiben wollen, fehlen in Steinbach/Haide bislang die Bauplätze. Im Zuge eines Bauflächenmanagements hat die Stadt Ludwigsstadt mögliche Flächen in der Gemeinde überprüft. Von den vorhandenen rund 80 sofort bebaubaren Baugrundstücken sind 42 sofort verfügbar, da Verkaufsbereitschaft der Eigentümer besteht. Dabei handelt es sich um acht Grundstücke in Ebersdorf, zwei in Lauenhain, jeweils elf in Lauenstein und Ludwigsstadt , zehn in Ottendorf sowie lediglich eines in Steinbach/Haide .

Lieber innerörtlich

„Wir als Stadt haben uns die Maßgabe gegeben, eher im innerörtlichen Bereich alte Objekte zu sanieren, Baulücken zu schließen oder Leerstände zu nutzen, als neue Flächen auszuweisen“, verdeutlichte Bürgermeister Timo Erhardt ( SPD ) die Strategie einer Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Des Weiteren orientiere sich die Baulandentwicklung natürlich am vorhandenen Bedarf. Wichtig ist auch das Anbindegebot an bestehende Ortsteile bzw. Siedlungen; man dürfe also nicht einfach ein Haus im Außenbereich ohne Verbindung zur letzten Bebauung hinstellen.

„Bei der umfangreichen Dorferneuerung in Steinbach an der Haide vor 40 Jahren wurden keine Neubaugebiete festgelegt“, erklärte Ehrhardt. Da man damals eher vom Bauen im Bestand beziehungsweise einer Nachnutzung der Gebäude ausgegangen sei, beispielsweise einer Übernahme der Gehöfte durch die Kinder. Maßgeblich sei bei dem Verfahren die Untere Naturschutzbehörde, bei der man für den Ort die im Zuge des Bauflächenmanagements ermittelten Flächen eingebracht hatte.

„Im Gesamtergebnis wären im Ort vier bis sechs Bauparzellen möglich“, informierte der Bürgermeister. Für manche wohl eher unerwartet, handelt es sich dabei um den Bereich unterhalb der Skihütte, entlang des Hohen Weges. Hier könnte man jeweils zwei bis drei Bauparzellen östlich wie westlich des Wegs ausweisen, wobei lediglich die Grundstückseigentümer östlich des Wegs verkaufsbereit seien.

Für die Baulandentwicklung in Steinbach/Haide ergäben sich für die Stadt Kosten für die Bauleitplanung von 15.000 Euro , die Erweiterung Wasser/Kanal zwischen 70.000 und 100.000 Euro sowie für die Ausgleichsfläche 5000 Euro , somit gesamt rund 90.000 bis 120.000 Euro . Teilweise kompensieren könnte man diese durch die Herstellungsbeiträge der Bauherren für Wasser/Kanal von 25.000 Euro . Bei einem zugrunde liegenden Bodenrichtwert von 25 Euro pro Quadratmeter (vollerschlossen) liege der Baulandpreis zum Beispiel bei einem Baugrundstück mit 1000 Quadratmeter somit bei 25.000 Euro .

Der nächste Schritt ist nun eine Abfrage des Bedarfs. „Ohne Bedarf werden wir keine Bauleitplanung voranbringen“, stellte Erhardt klar. Zudem würden die Grundstücke beim Verkauf mit Baugeboten versehen, müssten also innerhalb einer Frist bebaut werden. Danach gehe es an den Abschluss von Entwicklungsvereinbarungen mit den Grundeigentümern und an die Beauftragung eines Planungsbüros. Das Bauleitverfahren würde circa ein Jahr in Anspruch nehmen.

Besserer Mobilfunk

Die Mobilfunkversorgung in Steinbach/Haide soll verbessert werden. Wie der Bürgermeister informierte, liegt mittlerweile der Förderbescheid des Bayerischen Mobilfunk-Förderprogramms über 500.000 Euro vor.

Neu ist ein Bundesprogramm, wonach die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft des Bundes bis 4. April 2022 eine eigene Markterkundung betreibt. Mit entsprechenden Informationen rechne man bis Ende April.