Eine Frau , die sich schützend über ihr kleines Kind beugt und betet. Die Frau trägt traditionelle Kleidung, wie sie auf der Insel Erromango, einer der Inseln Vanuatus, üblicherweise getragen wird. Der Sturm fegt über Frau und Kind hinweg. Eine Palme mit starken Wurzeln kann sich dem starken Wind beugen und schützt beide so vor dem Zyklon. Im Hintergrund sind Kreuze für die Todesopfer des Sturms zu sehen.

Das Gemälde - Juliette Pita stellt darauf die Situation in Vanuatu dar, als der Zyklon "Pam" 2015 über die Inseln zog - ist das Titelbild des diesjährigen Weltgebetstags unter dem Motto "Worauf bauen wir?". Im Mittelpunkt wird der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 im Mittelpunkt stehen. Mit dem von ihnen erarbeiteten Gottesdienst wollen die Frauen aus Vanuatu ermutigen, das Leben auf den Worten Jesu aufzubauen, die der felsenfeste Grund für alles menschliche Handeln sein sollen. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle.

Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich christliche Frauen in der Bewegung des Weltgebetstags. Gemeinsam beten und handeln sie dafür, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. So wurde der Weltgebetstag in den letzten 130 Jahren zur größten Basisbewegung christlicher Frauen . Immer am ersten Freitag im März beschäftigt sich der Weltgebetstag mit der Lebenssituation von Frauen eines anderen Landes. Christliche Frauen des jeweiligen Weltgebetstags-Landes wählen Texte, Gebete und Lieder aus. Diese werden dann in weltweiten Gottesdiensten auf 88 Sprachen in 108 Ländern (2018) gefeiert.

Der Weltgebetstag ist daher viel mehr als ein Gottesdienst im Jahr. Unter dem Motto "Informiert beten - betend handeln" macht er neugierig auf Leben und Glauben in anderen Ländern und Kulturen und schärft den Blick für weltweite Herausforderungen wie Armut, Gewalt gegen Frauen und Klimawandel. Aus den Vorbereitungen zum Weltgebetstag sind dann auch im Laufe der Jahre viele Initiativen entstanden: von Bildungs-Angeboten für Kinder und Jugendliche , über ökumenische Frauen-Frühstücke, Kooperationen mit Weltläden und dem "fairen Handel" bis zu Beratungsangeboten für Zwangsprostituierte. Ein wichtiges Zeichen der Solidarität ist die Kollekte aus den Gottesdiensten . Sie kommt vor allem Frauen- und Mädchenprojekten weltweit zu Gute. Auch die internationale Weltgebetstags-Bewegung wird gefördert.

Die Erarbeitung des Gottesdiensttextes und weiterer Materialien zum Weltgebetstag geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Internationalen Weltgebetstags-Komitee. Die Verfasserinnen der jährlichen Gottesdienstordnung greifen in ihrer Liturgie meist gesellschaftliche Fragen auf, die den Menschen in ihrem Heimatland "unter den Nägeln brennen".

Schon gute Tradition für den erweiterten Raum Kronach /Ludwigsstadt ist es, dass sich alljährlich Teilnehmerinnen, die die Weltgebetstage in ihren Gemeinden verantwortlich gestalten, bei einem ökumenischen Vorbereitungstreffen über das jeweils im Mittelpunkt stehende Land informieren. Am Einführungsabend konnten diese tiefer in das Thema einsteigen, sich die Schriftworte erschließen, in die Musik hinein hören und die Liturgie kennenlernen. Ausgestaltet wurde dieser Einführungsabend stets von Anne-Kathrin Eisenbarth-Goletz von der Frauenpastoral des Erzbistums Bamberg in Kooperation mit Pastoralreferentin Birgitta Staufer-Neubauer. Nach der Einführung in das Land und den Workshops war Zeit für einen Gedankenaustausch bei landestypischen Speisen sowie das Feiern eines gemeinsamen Wortgottesdiensts. All dies war heuer aufgrund der aktuellen Situation leider nicht möglich. Trotzdem findet der Weltgebetstag auch in diesem Jahr vielerorts statt. Viele engagierte Frauen tun alles dafür, dass er - trotz Corona-Pandemie - gemeinsam gefeiert werden kann. hs