Die Kirche feiert am 3. März das Hochfest der heiligen Kunigunde, Gemahlin Kaiser Heinrichs II. und Gründerin des Erzbistums Bamberg . Sie starb am 3. März 1033 und wurde am 29. März 1200 heiliggesprochen. Seit 1513 ruhen ihre Reliquien neben denen ihres Gatten im weltberühmten Grabmal von Tilman Riemenschneider im Hohen Dom zu Bamberg.

Kunigunde ist ein germanischer Name, der im Mittelalter gerne von adligen Familien weitergegeben wurde. Er besteht aus den Bedeutungsfeldern „Sippe“ und „Kampf“. Und als Kampf darf man die Wetterlage zwischen Winter und Frühling durchaus bezeichnen. Konkret ist es die östliche Kaltfront, die mit der westlichen Warmströmung ringt.

Barfuß über glühende Pflugscharen

Zu ringen mit sich und ihren Neidern hatte zunächst auch die heilige Kunigunde, denn man bezichtigte sie der ehelichen Untreue. Heinrich kümmerte sich anfangs nicht um das Geschwätz. Doch als die Gerüchte immer mehr zunahmen, bat ihn Kunigunde, ihre Unschuld durch ein Gottesurteil beweisen zu dürfen: Laut Legende ließ sie im Beisein des Volkes glühende Pflugscharen herbeischaffen. Nach inständigem Beten bekreuzigte sie sich und ging barfuß über das glühende Eisen, ohne sich dabei auch nur im Geringsten zu verletzen.

So wurden die glühenden Pflugscharen zum passenden Symbol für den Beginn des landwirtschaftlichen Jahres und den nahenden Frühling.

Doch die Wettervorhersage in Franken steht heuer mehr auf Glühwein, obwohl am heutigen 1. März schon der meteorologische Frühling kommen soll. Doch Nachtfröste und später Schnee lassen die Bauernregeln kalt: „An Kunigund kümmt die Wärm fe unt“ und „Lachende Kunigunde bringt frohe Kunde“.

Den diplomatischen Kompromiss findet der „Vater des Wirtschaftswunders“, Ludwig Erhard (1897 - 1977): „Wenn’s besser kommt als vorausgesagt, dann verzeiht man sogar dem falschen Propheten.“ Frohe Kunde an Kunigunde brachte indes noch vor dem Klimawandel der Postbote bei der Zustellung und Verteilung der heiß begehrten „Raakaddn“.

Mit dieser äußerst brisanten Mission im Rodachtal beauftragt war seinerzeit der „Rejdiche Beckla“, ein „Poste“ von altem Schrot und Korn.

Das Ticket für ein windgeschütztes Planquadrat auf der Zeyerner Flur und am „Eibich“ kostete fünf Mark plus eine Maß Bier für das Gütesiegel „Top Secret“. Dafür durften Frühlingsgefühle auflodern und „ Schmetterlinge im Bauch“ nach Herzenslust flattern.

„Sankt Kunigunde, edle Frau, in Gnaden auf uns niederschau. Nimm unser Land in deine Hut, dass Gottes Segen auf ihm ruht“, heißt der Lobgesang am Fest der heiligen Kunigunde, bei dem die Gläubigen durch das Band der Freundschaft miteinander verbunden sind. Und für all die humorvollen und gut gelaunten Kunis, Gundas und Kunnela im Frankenwald wird es sicherlich eine ganz besondere Freude sein, dass wenigstens die Fastenzeit in diesem Jahr schon mal ganz gut anfängt. In diesem Sinn: alles Gute zum Namenstag !