„Junge Leute greifen auf alles zu, nur nicht auf einen gefalteten DIN-A4-Flyer.“ Andy Fischer, der Vorsitzende des Kreisjugendrings, ließ während der digitalen Vollversammlung keinen Zweifel daran, dass man im Umgang mit der Jugend von analog auf digital umdenken müsse.

Die Zukunft solle sich an den Gewohnheiten der Jugend orientieren, und diese nutze nun mal Streamingdienste, Social Media oder Youtube-Channels. Genau hierfür suche man eine Fachkraft , die junge Menschen im Netz beraten könne. Die sei gar nicht so leicht zu finden, gab er zu. Die Vollzeitstelle dafür sei da, alle Voraussetzungen seien geschaffen, finanziert durch die Bayerische Staatsregierung. Fischer versprach sich vor allem eines von einem digitalen Streetworker : „Junge Menschen könnten dann vielleicht auch wieder in unseren Einrichtungen (Struwwel, Haus am Knock etc.) andocken. Aber wenn kein digitaler Streetworker kommt, ein analoger wird kommen, eventuell schon 2022.“

Drei Beisitzer hören auf

Zweiter Vorsitzender Philipp Wich bedauerte, dass viele Veranstaltungen in diesem Jahr hätten ausfallen müssen. Und obwohl sie „nicht mit Zahlen langweilen“ wollte, musste Geschäftsführerin Eva Wicklein natürlich trotzdem darüber sprechen und räumte ein, dass sich ausgefallene Veranstaltungen auch in der Buchhaltung niederschlagen würden. Unter dem Strich präsentierte sie aber einen ausgeglichenen Haushalt.

„Die drei Weisen haben die Vorstandschaft verlassen.“ Andy Fischer verabschiedete mit diesen Worten die drei Beisitzer Charlotte Deuerling, Alexandra Kaiser und Sebastian Görtler. Alle seien seit Jahrzehnten dabei gewesen und Wegbegleiter für unzählige Projekte. Charlotte Deuerling meinte: „Es ist wichtig, dass sich Menschen engagieren, damit die Jugendarbeit im Landkreis nicht stirbt.“ Sebastian Görtler sei sein halbes Leben im KJR gewesen, rechnete er nach und sprach von einer „genialen Zeit, in der ich viel Spaß hatte und in der wir zusammen viel erreicht haben.“ Alexandra Kaiser wünschte sich zum Abschied, dass vor allem junge Leute in die Vorstandschaft nachrücken würden. „ Jugendarbeit hält jung, knackig und frisch“, witzelte Andy Fischer, der damit auch für die Nachwahl des Vorstands warb. An diesem Abend fand sich aber leider kein Ersatz für die ausgeschiedenen Mitglieder.

Schwierige Planung

Der Bereich „Arbeitsplanung 2022“ war tatsächlich ein Streifzug durch die Aufgaben des KJR. Und obwohl man noch nicht wisse, in welchen Räumlichkeiten „das Schiff KJR“ denn nun anlege, müsse man sich ja trotzdem um die unterschiedlichen Aufgabengebiete kümmern.

Fischer zählte unter anderem die Freizeit- und Kulturarbeit sowie die jugendpolitische Schnittstellenarbeit auf. Er nannte Kooperationen, Projekte, Fortbildungen. Die Arbeitsschwerpunkte des Vorstands drehten sich vor allem um Öffentlichkeitsarbeit, Identitätsbildung, Weiterentwicklung.

Für das nächste Jahr gehe man bei den Veranstaltungen „von einem normalen Jahr aus“, obwohl momentan ja so gut wie nichts planbar sei. Dazu gehöre auch eine Fahrt ins niederländische Amsterdam, die das Reiseziel Schottland ersetzen solle. Jugendliche von 14 bis 16 Jahren können vom 6. bis zum 10. Juni spannende Sehenswürdigkeiten erkunden, durch Museen bummeln oder einfach shoppen gehen. Anmelden kann man sich bis zum 31. Dezember.

Finale des Filmfests

Kathi Stubenrauch vom Vorstand des Bezirksjugendrings Oberfranken informierte über die „Jufinale“. Sie findet am 20. November in Pegnitz statt, Preisverleihung ist um 16 Uhr. Ab 13 Uhr kann man die Filme sehen. Möglich ist das auch über den Youtube-Channel.