24 Katzen hat das Tierheim Kronach bekanntlich zuletzt auf einen Schlag aufgenommen. Die Großfamilie – Brüder , Schwestern , Mütter , Väter , Onkel, Tanten und Cousinen – lebte auf einem Bauernhof, wo sie eine Scheune als Unterschlupf bezogen hatte. Als diese Scheune nun abgerissen wurde, hatten die Samtpfoten kein Dach über dem Kopf mehr und da sie ohnehin nicht gern gesehen waren, wurden sie nach und nach eingefangen und ins Tierheim gebracht, wo sie natürlich erst einmal kastriert, geimpft und entwurmt wurden – ein Kraftakt, und zwar finanziell, platzmäßig und organisatorisch.

Etwa die Hälfte der Katzenfamilie konnte zwischenzeitlich gut untergebracht werden. Übrig geblieben sind nun die Kandidaten, deren Fell keine Besonderheiten aufweist. Dies sind drei grau getigerte Katzen (alle weiblich) und vor allem viele schwarze Katzen – genau zehn an der Zahl (acht weiblich, zwei männlich). Alle Katzen befinden sich im Alter zwischen acht Monaten und etwa zwei Jahren.

Da die Bauernhofkatzen noch kaum Kontakt mit Menschen hatten, recht verwildert aufgewachsen sind und sich im Moment noch als Kratzbürstchen aufspielen, spricht man im Tierheim von den „wilden Dreizehn“.

Streicheln noch nicht möglich

Leider ist es kein Geheimnis, dass es die schwarzen Katzen am schwersten haben, wenn es darum geht, Liebhaber zu finden. Die meisten Menschen bevorzugen andere, ausgefallenere Farben. Dabei haben die pechschwarzen Stubentiger mit ihren gelben Augen, die aus dem schwarzen Fell herausleuchten, doch auch ihren Reiz.

Das Tierheim jedenfalls sucht händeringend Plätze für die scheuen Wildfänge, da die beiden Katzenzimmer dort total überfüllt sind. Doch wie Katzen vermitteln, die mit Menschen nichts zu tun haben wollen? Im Moment lässt sich noch keine einzige anfassen, von Streicheln ganz zu schweigen. Die meisten reißen sofort aus und fauchen, wenn man nur in ihre Nähe kommt. Da die Mehrheit der Katzen aber noch recht jung ist – geboren zwischen Frühjahr und Herbst 2020 –, hat man im Tierheim die Hoffnung, dass sich das noch ändert.

Gesucht werden Katzenliebhaber , die eine oder besser zwei Tiere aufnehmen, ohne anfangs allzu hohe Erwartungen zu haben. Herausgerissen aus ihrer inzwischen gewohnten Tierheim-Umgebung werden sie erst mal wieder einen kleinen Rückschritt machen. Dann heißt es, nicht enttäuscht zu sein, sondern Geduld zu haben und abzuwarten.

Kleine Kinder wären nicht so ideal, denn diese haben meist nicht genug Geduld und möchten die Samtpfoten gerne gleich streicheln – aber das geht eben im Moment noch nicht. Und: Die jungen Tiere haben noch nie alleine gelebt. Sie sind sehr auf andere Katzen bezogen und suchen deren Nähe. Ganz allein in fremder Umgebung würden sie sich verloren vorkommen. Sie brauchen einfach einen Samtpfoten-Freund zur Gesellschaft und Rückenstärkung.

Im Kronacher Katzenzimmer sind die Wildfänge übrigens erstaunlich sauber und so ist zu erwarten, dass sie sich auch in einem Haus benehmen können – ein anfängliches Malheur kann natürlich immer mal passieren, bis sie sicher wissen, wo das Klo steht.

Nach der Eingewöhnungszeit müssen die Katzen auf jeden Fall auch wieder die Möglichkeit zum Freigang haben. Sie sind keine reinen Wohnungskatzen, sondern brauchen ihre Freiheit.

Interessenten können sich unter der Telefonnummer 09261/20111 beim Tierschutzverein melden bzw. per E-Mail an tsvkc@gmx.de. red