Mitspracherecht für die Bürger sei ein hohes Gut, meinte Bürgermeisterin Angela Hofmann ( CSU ) an der Bürgerwerkstatt und damit hat sie recht. Leider war die Beteiligung an der Veranstaltung eher mäßig. Eine leicht befremdliche Tatsache in Anbetracht der vielen Kommentare anlässlich der Bürgerbefragungen und der Reaktionen in den sozialen Netzwerken auf entsprechende Zeitungsartikel. Da hätte man glatt mit einer höheren Beteiligung gerechnet. Doch vielleicht schaffte es hier Qualität auch vor Quantität. Herausgeschält im Ergebnis haben sich auf jeden Fall einige neuralgische Zonen wie der Stadtgraben, der Marien- und der Kaulangerplatz sowie das LGS-Gelände. Hier sind laut Teilnehmern neue oder zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten durchaus denk- und durchführbar. Doch nicht immer kann man mit dem Finger nur auf die Stadtverwaltung und den Stadtrat zeigen. Gefragt ist vor allem auch die Initiative der Einwohner und der Unternehmer. Denn die Stadt wird wohl kaum ein neues, attraktives Café irgendwo im Stadtgebiet betreiben. Auch die Idee mit dem Open-Air-Kino im Stadtgraben klingt verlockend. Ein Beachclub, eine Kulturwerkstatt oder Outdoor-Fitnessgeräte, alles Projekte, die man auch in Eigeninitiative auf die Beine stellen könnte, im besten Fall in Verbindung mit einem Investor. Ideen gibt es ja schon bis zum Abwinken, doch vielleicht reichten die Power und der Wille der Kronacher Bürger aus, um Einiges davon umzusetzen. Vieles weiß man doch erst zu schätzen, wenn man daran mitgewirkt hat, an der Entstehung beteiligt war. Nicht nur mitsprechen, sondern vor allem mitmachen, Selbstverantwortung und Initiative zeigen, das würde die Stadt auf jeden Fall in Richtung Zukunft tragen.