Der Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis Kronach hielt heuer bis in den November an. Die Arbeitslosigkeit verringerte sich im Landkreis Kronach zwar nicht mehr so stark, jedoch um 26 Personen oder 2,4 Prozent. Momentan gibt es 1048 Menschen ohne Beschäftigung. Kronach verbucht im gesamten Agenturbezirk Bamberg-Coburg die größten Fortschritte beim Abbau der Arbeitslosigkeit. Es verloren 13,5 Prozent weniger Menschen ihre Beschäftigung als vor einem Jahr, gleichzeitig konnten 25 Prozent weniger ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung beenden. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich seit Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent). Das ist Vollbeschäftigung. Die Zahl der Arbeitslosen liegt sogar um 90 Personen oder 7,9 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von vor zwei Jahren.

Aus dem Landkreis Kronach gingen im letzten Monat 129 versicherungspflichtige Stellenangebote beim Arbeitgeberservice ein, fast so viele (- 2) wie im letzten Jahr. Es gibt momentan 767 Arbeitsplatzangebote im Bestand, plus 136 bzw. 21,6 Prozent gegenüber 2020.

Im November ist im gesamten Agenturbezirk Bamberg-Coburg, zu dem auch der Landkreis Kronach gehört, die Zahl der Arbeitslosen zum Herbstausklang nochmals weiter gesunken. Im Gegensatz zum goldenen Oktober (- 919 Personen) ließ mit Einsetzen der nasskalten Jahreszeit der Rückgang spürbar nach. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich um 242 Personen (- 2,3 Prozent) auf 10 175. Heuer fiel die Verringerung der Arbeitslosigkeit im November fast dreimal so hoch aus wie im letzten Jahr und bewegte sich auf Vorkrisenniveau (- 239 Personen im November 2019).

Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent ab. Das ist erneut Vollbeschäftigung. Im Oktober erreichte sie erstmals seit Beginn der Corona-Krise die Marke dazu, die bei 3,0 Prozent liegt. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote noch 3,5 Prozent.

Boris Flemming, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, spricht angesichts der vierten Corona-Welle von einer „erstaunlich ruhigen“ Lage auf dem Arbeitsmarkt. In den letzten Wochen meldeten sich überwiegend erste Beschäftigte für Außenberufe. Meist bestehe jedoch aufgrund der vollen Auftragsbücher und der Plustemperaturen die Chance auf Weiterbeschäftigung.

Coronabedingt meldeten sich im Rahmen der jetzt für die Betriebe gültigen 3G-Regel lediglich einige Testverweigerer, die konsequent zum Schutz der Belegschaft von der Arbeit freigestellt werden mussten, so Flemming. Ein Indiz dafür, dass die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie von Welle zu Welle kleiner werden, sei, dass Personen, die sich über die Arbeitsagentur weiterbilden, oftmals bereits vor oder während der Qualifizierung von Betrieben eingestellt werden. Teilweise müssten sogar ganze Weiterbildungskurse abgesagt werden, da die Arbeitgeber nicht so lange warten wollen und können, bis ihre künftigen Mitarbeiter gänzlich die erforderliche Qualifikation haben. Vertragsverlängerungen, Entfristungen sowie direkte Übernahmen von Zeitarbeitspersonal seien an der Tagesordnung.

„In den letzten Monaten waren die Ursachen für die Kurzarbeit nur marginal noch coronabedingt. Lieferengpässe und Rohstoffmangel wie zum Beispiel bei Automobilzulieferern waren die Hauptursachen“, so Flemming. „Ich rechne in den kommenden Tagen und Wochen wieder mit einer erhöhten Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld.“ red