Digitalisierung, ein Begriff, um den man kaum noch herumkommt. Doch was ist Digitalisierung eigentlich und warum und wofür braucht man sie? Die Antworten darauf bekommen an diesem Wochenende Kursteilnehmer an der Kronacher VHS, die sich entschieden haben, das Angebot der Lucas-Cranach-Campus-Stiftung zu einem berufsbegleitenden Lehrgang anzunehmen.

Veranstaltet wird der Lehrgang von der „OHM Professional School Technische Hochschule Nürnberg“. Er soll es ermöglichen, Weiterbildung, Arbeit und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Und er soll Digitalisierung vor allem in die Firmen transportieren. Gerade für kleine oder mittlere Unternehmen könnten digitale Kompetenzen einen ganz entscheidenden Wettbewerbsfaktor darstellen, betonte auch Professor Tobias Bocklet von der Technischen Hochschule Nürnberg. Nicht nur die akademische Bildung sei hier das Ziel, das man verfolge, sondern vielmehr ein Baukastensystem an unterschiedlichen Angeboten für jeden Bedarf.

Hans Rebhan , Vorsitzender der Lucas-Cranach-Campus-Stiftung (LCC), sprach sich vor allem für eine schulische und berufliche Verzahnung aus, um die Region voranzubringen. Oder wie er es ausdrückte: „Wir befinden uns gerade mal in den ersten fünf oder zehn Minuten eines Fußballspiels.“ Und dieses Spiel solle große Potenziale eröffnen wie mehr Lebensqualität, innovative Geschäftsmodelle oder effizienteres Wirtschaften.

Fünf Module

Krönen wird die fünf Module eine Studienarbeit. Doch vorher geht es unter anderem um Innovationsmanagement, Organisationsentwicklung , Führung, Kollaboration und Innovationsmarketing. Was uns zurück zur Frage bringt, was Digitalisierung denn eigentlich bedeutet. Und kann man digital eigentlich banal erklären? Man kann. Google macht es möglich und liefert einfache Erklärungsversuche wie zum Beispiel die: „Im Kern bedeutet Digitalisierung, dass analoge Informationen oder Abläufe in eine digitale Form gebracht werden. Zum Beispiel, wenn Musikstücke , die bislang auf Kassetten abgelegt waren, so transformiert werden, dass man sie auf dem Computer anhören kann. Oder die Umwandlung von Dias in Digital-Fotos.“ Das klingt zumindest verständlich, doch ganz so einfach sind die oft komplexen Vorgänge natürlich nicht. Man muss sie also verstehen, um sie nutzen zu können. Digitalisierung ist im Alltag aber vor allem auch Vernetzung. Vernetzung von Menschen untereinander, oder auch die Vernetzung von Objekten. Wenn also der Kühlschrank seine Waren selbst bestellt oder die App dem Saugroboter sagt, er soll mit der Arbeit beginnen, dann ist auch das Digitalisierung.

Und gerade weil wir tagtäglich damit konfrontiert werden, gebe es dieses Kursangebot , betont Hans Rebhan noch einmal. Und er legte Wert darauf, dass sein Ziel nicht die Erhöhung der Akademikerquote im Landkreis sei. Zweckdienlicher sei es, Praktiker auszubilden, die die Vorgänge verstehen, sie anwenden und sie gegebenenfalls auch weitervermitteln können.