Auf den ersten Blick könnte man denken, dass ein Tierheimhund wie Benny schnell ein neues Zuhause finden müsste. Denn Benny ist jung (geboren am 20. Januar 2018), ein reinrassiger Berner Sennenhund mit einer Schulterhöhe von 65 Zentimetern und bildschön. Zudem ist seine Rasse überaus beliebt. Doch Benny ist nicht der typische menschenfreundliche und zutrauliche Berner Sennenhund. Er ist kein Anfängerhund, er ist nicht für Kinder geeignet, und der Tierschutzverein kann ihn definitiv nur in sehr erfahrene Hände vermitteln.

Benny wurde im Tierheim abgegeben, weil er nicht alle Familienmitglieder akzeptiert und dann auch mal geschnappt hat. Da er nicht von klein auf in dieser Familie war und wohl schon durch mehrere Hände gegangen ist, kann man nicht mehr nachvollziehen, was ihn geprägt hat.

Tatsache ist, dass Benny sehr misstrauisch ist. Im Tierheim hat das Personal mehrere Monate gebraucht, bis es ihn endlich anfassen konnte, und bis heute vertraut er eigentlich nur der Tierheimleiterin und seinem "Gassi-Frauchen" so richtig. Mit diesen beiden Frauen allerdings ist es die ganz große Liebe: Die beiden dürfen ihn anfassen, bürsten, mit ihm spielen und vor allem nach Herzenslust knuddeln. Mit ihnen schmust er für sein Leben gern, er wirft sich dann auch auf den Rücken und kann nicht genug von den Streicheleinheiten bekommen. Auch Spielen und vor allem Bälle findet Benny ganz toll und tobt ausgelassen damit herum. Wenn man ihn in solchen Momenten beobachtet, kann man sich nicht vorstellen, dass er auch anders sein kann.

Bei allen anderen Menschen, insbesondere bei Fremden, ist Benny sehr misstrauisch. Er mag es überhaupt nicht, wenn jemand ihn einfach anfasst. Er versucht dann, auszuweichen, würde aber definitiv schnappen, wenn man ihn weiter bedrängt. Benny braucht einige Zeit, bis er jemandem so weit vertrauen kann, um körperliche Nähe zu gestatten. Auch zeigt er sich bei unerwarteten Umweltreizen (Passanten, die plötzlich auftauchen oder ein unerwartetes Geräusch) so verunsichert, dass er sich wieder komplett in sein Schneckenhaus zurückzieht und selbst seine Bezugsperson etwas Zeit braucht, bis sie ihn wieder beruhigt hat.

Das Herrchen-/Frauchen-Profil

Benny ist auf jeden Fall eher ein Einmannhund als ein Familienhund und für Kinder absolut ungeeignet. Seine neuen Besitzer müssen unbedingt sehr viel Hundeerfahrung mitbringen und einfach das richtige Händchen für ihn haben, Souveränität ausstrahlen, konsequent sein und eine Führungsposition einnehmen, damit sie Benny Sicherheit geben können und er nicht gezwungen ist, die Dinge selbst zu regeln. Da Benny ein unsicherer Hund ist, braucht er klare Strukturen in seinem Alltag und klare, aber trotzdem liebevolle Ansagen von seinem Besitzer. Auch etwas Erziehung ist noch gefragt. Das tägliche Training mit seinem Herrchen (oder Frauchen ) würde Benny ganz sicher viel Spaß machen. Er ist ja noch jung und möchte geistig und körperlich ausgelastet sein.

Auf neutralem Gelände kennenlernen

Wer sich für Benny interessiert, muss auch etwas Ausdauer mitbringen, denn der Tierschutzverein kann ihn auf keinen Fall nach ein oder zwei Spaziergängen vermitteln. Die Interessenten müssten einige Zeit lang mit seinem jetzigen "Gassi-Frauchen" mitlaufen, so dass sich Benny langsam an sie gewöhnen kann. Erfahrungsgemäß geht dies auf neutralem Gelände, also außerhalb der Tierheim-Gitter, sehr viel besser, da er sich in seinem Zwinger leicht in die Enge getrieben fühlt und meint, sich verteidigen zu müssen. Ansonsten lässt sich nur Positives über Benny berichten: Er versteht sich in der Regel gut mit anderen Hunden, ist stubenrein, kann problemlos auch mal ein paar Stunden allein zu Hause bleiben, kann sich im Haus benehmen, macht weder etwas kaputt noch ist er ein Kläffer, und er fährt auch gern im Auto mit. Nur bei fremden Menschen wird man immer aufpassen müssen.

Interessierte Hundefreunde können sich an den Tierschutzverein Kronach , Ottenhof 2, Telefonnummer 09261/20111, E-Mail tsvkc@gmx.de,  Internet   tierheim-kronach.de, wenden. red