Zehn Jahre hatte es gedauert, bis klar war, was der Fund von Ralf Mohr im Steinbruch Schlossberg bei Nordhalben bedeutete. „Segmentichnus mohri“ hat die Wissenschaft die einzigartigen Spuren eines bisher weltweit unbekannten Lebewesens genannt – und damit den Finder Ralf Mohr aus Nordhalben gewürdigt. Für Paläontologen ist sein Fund eine Sensation. Das 34 mal 24 Zentimeter große „Ichnofossil“ ist bereits 335 Millionen Jahre alt. Dem engagierten Sammler war damals sofort bewusst, dass er etwas Besonderes aus einem von der Wand gebrochenen riesigen Schieferbrocken geborgen hatte.

Nun gibt es aber, wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich wurde, die Schwierigkeit, dass der Steinbruch abgesperrt ist, da er zu gefährlich für Exkursionen ist. Steinschläge drohen, außerdem ist der Weg dorthin absolut nicht verkehrssicher, es wäre technisch gesehen nicht möglich, eine Verkehrssicherheit zu gewährleisten, ohne Unsummen von Euro in die Hand zu nehmen. Außerdem steht die Sanierung des Tunnels an, der den auf ihn lastenden Gesteinsmassen nicht mehr lange standhalten wird.

Eine Frage der Haftung

Jetzt steht der Vorschlag im Raum, die Steinplatte mit dem Spurenfossil im Bahnhof Nordhalben mit auszustellen, für die Eisenbahnfreunde wäre das okay.

Auch sorgte das Thema „Aufstellen einer Bank“ am Steinbruch für Diskussionen. Die Gemeinde sagt hier ganz klar, dass sie keine Haftung übernimmt, wenn eine Bank an dieser Gefahrenstelle steht.

Heimatpfleger Hans Blinzler betonte, dass das Geotop ein Teil des erdgeschichtlichen Naturerbes ist und der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden sollte. Die Felswände mit ihren Wechselgesteinen seien erste Klasse in Bayern. „Es ist eigentlich unsere Verpflichtung, den Zugang offen zu halten, denn die Öffentlichkeit weiß von dem sensationellen Fund“, sagte Blinzler.

Doch das Dilemma ist, dass dafür noch keine bezahlbare Lösung gefunden wurde. Die Besucher wollen die Fundstelle aber sehen. Es gibt nun die Möglichkeit, über die Thomasmühle dorthin zu gelangen. Aber dann auf eigene Verantwortung. Streitpunkt war jedoch die Bank, für Geschäftsleiterin Steffi Birke war es zu gefährlich, Bauhofmitarbeiter zur Pflege zu schicken. Dafür fehlte Manfred Köstner ( CSU ) jedoch jegliches Verständnis, da die Arbeiter sowieso zu zweit unterwegs seien und so verkehrssicher arbeiten könnten. Bernd Daum (FW) gab zu bedenken, dass die Felswand arbeite und immer wieder Material herunterkomme. Wanderer wüssten das nicht, deshalb sollte der Zugang nur Fachleuten möglich gemacht werden – und dazu brauche es keine Bank. Er regte an, einen Weg von der Kapelle aus zum Steinbruch anzulegen. Diesen Vorschlag wolle man prüfen, sagte Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW), und eventuell das Gelände erschließen. Das Aufstellen einer Bank wurde mit 6:5 Stimmen abgelehnt.