Teuschnitz  — Schulverbandsvorsitzender Frank Jakob (FW) informierte über Kostenmehrungen bei der Sanierung des Schulschwimmbades. Als man im Februar 2019 den Förderantrag auf KIP-S eingereicht habe, ging man von reinen Baukosten von knapp über 1,8 Millionen Euro aus. „Im Zuge der Baumaßnahmen ergaben sich zusätzliche Arbeiten, die nicht vorgesehen waren“, bedauerte er. Hierzu zählten Maßnahmen im Kernbereich Schwimmbad, also des Beckens mit Umgriff.

„Ein Brachialeingriff“

Beim Verlegen der Sanitärleitungen für die Schwimmbadwand sowie der Umkleiden seien draußen schon die ersten Fliesen heruntergefallen. Somit musste man auch die Schwimmhalle angehen und die Wand komplett neu machen. Die alten Fliesen mussten runter; neue wurden angebracht – nunmehr aber nicht mehr auf ganzer Höhe, sondern nur noch bis Spritzwasser-Höhe. Im Fußboden mussten aus hygienischen Gründen neue Einläufe eingebracht bzw. das Bodengefälle geändert werden. „Ein Brachialeingriff“, so der Teuschnitzer Bürgermeister.

Für die Haustechnik der Decke waren neue Leitungen für die Be- und Entlüftung notwendig. Da sich durch die nunmehr auf der gegenüberliegen Seite befindliche Hausmeisterkabine tote Winkel im Blickfeld ergaben, bedurfte es neuer Kameras. Wegen Ausbesserungen musste die Betondecke abgenommen werden. Da das Schützen der vorhandenen Decke aufwendiger gekommen wäre, wurde von der Firma Mühlherr eine neue Decke angebracht. Im Becken wurden zwei zusätzliche Abläufe eingesetzt. Aufgrund von Fehlstellungen im Beton musste die Fa. Wich eine Auskleidung der Schwallwasserbehälter vornehmen.

Für die Umkleiden der Turnhalle wurde die ganze Haustechnik erneuert, nachdem die alten Leitungen marode waren. Für die ebenfalls marode Dachentwässerung mussten neue Rohre eingesetzt werden. „Die Dachentwässerung ist eine Daueraufgabe“, verdeutlichte der Vorsitzende. Im Bereich der neuen Aufsichtskabine wurden die in Mitleidenschaft gezogenen Fliesen entfernt. „Das macht das Kraut zwar auch nicht fett. Aber zehn kleine Rechnungen ergeben halt auch einen Brocken“, konstatierte er. Insgesamt liegt man mit den Kosten rund 280 000 Euro über der ursprünglichen Planung, obwohl man die Lösungen so klein wie möglich gehalten habe.

Am meisten Pech hatte man mit der Hallenbad-Baustelle, wo es aufgrund von Corona-Fällen bei mehreren Firmen dreimal zu Verzögerungen gekommen war. Aufgrund des strengen Winters konnte die Firma Mühlherr erst jetzt die Betonierung der Decke vornehmen. Zudem meldete die mit der Alu-Glas-Außenfassade beauftragte Metallbauer-Firma zwischenzeitlich Insolvenz an. „Das werden wir wohl neu ausschreiben müssen“, prognostizierte der Bürgermeister eine weitere Bauverzögerung von vier bis sechs Wochen. Ebenfalls wegen Corona-Fällen im Unternehmen verschob sich der ab dem 12. April vorgesehene Einbau der Wasseraufbereitungs-Technik. Dies soll nun in der nächsten Woche erfolgen.

In der Sitzung des Schulverbandes stellte Kämmerin Sabine Suffa den Haushaltsplan 2021 in Höhe von 1 847 800 Euro vor. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen 279 700 Euro; auf den Vermögenshaushalt 1 568 100 Euro. Kreditaufnahmen und Verpflichtungsermächtigungen werden nicht festgesetzt. Die Schulverbandsumlage beträgt 236 100 Euro.

Der Vermögenshaushalt ist um 627 900 Euro geringer als im Vorjahr. Die Investitionen sehen vor: Tablet-Koffer 12 000 Euro, Tablets 3700 Euro, Anschaffungen im Rahmen des Digitalpakts 35 000 Euro, Tablets Digitales Klassenzimmer 12 000 Euro, Sanierung Schulschwimmbad 1 423 000 Euro, Neugestaltung Weg Bushaltestelle 10 000 Euro, Eigenanteil Zugang Schwimmbad 10 000 Euro sowie Darlehenstilgung 62 400 Euro. Die Finanzierung erfolgt durch einen Staatszuschuss von 1 243 000 Euro, den Verkauf des Lehrerwohnhauses von 79 000 Euro, eine Rücklagen-Entnahme von 183 700 Euro sowie der Zuführung vom Verwaltungshaushalt von 62 400 Euro.

Schülerzahlen sind konstant geblieben

Konstant gestalten sich die Schülerzahlen auf einem Niveau von rund 80 Kindern . Derzeit zählt der Schulverband – inklusive vier Gastschüler – 78 Kinder . Der Schuldenstand am 1. Januar 2021 beläuft sich auf 754 999,82 Euro, abzüglich der Tilgung am Jahresende auf 692 661,18 Euro. Der Rücklagenstand am Jahresende beträgt 16 300 Euro. Der Haushaltsplan 2021 wurde ebenso genehmigt wie der Finanzplan für 2020 bis 2024.

Fast eine Punktlandung war der Haushaltsansatz 2019. Das Jahresrechnungsergebnis beträgt 775 566,83 Euro, unterteilt in den Verwaltungshaushalt 313 957,39 Euro und Vermögenshaushalt 443.609,44 Euro. Die Schließung des Schulschwimmbads bewirkte Ersparnisse bei den Heiz- und Reinigungskosten. Gleichzeitig fielen aber auch die Badegebühren niedriger aus. Aufgrund eines Wasserschadens am Dach waren mehr Arbeitsstunden des Bauhofs notwendig. Für die Stromeinspeisung des Blockheizkraftwerks gingen 2500 Euro mehr als geplant ein.

Bürgermeister Jakob informierte über einen bei der Schule neu gezogenen Weg hinauf zur Bushaltestelle. Von einer Sanierung der vorhandenen schadhaften Treppe – die Maßnahme hätte 13 000 Euro gekostet – sieht man ab, insbesondere vor dem Hintergrund der Barrierefreiheit. Zudem stellt der neue Weg eine Erleichterung für den Winterdienst da, nachdem die Treppe händisch geräumt werden musste.

Gemüseacker und Blumenwiese

Schulleiter Klemens Löffler informierte über das Anlegen eines Gemüseackers mit Kartoffeln und Karotten auf dem Schulgelände mit einer Größe von zehn mal fünf Meter. Zudem wird oberhalb der Schule Richtung Rappoltengrüner Straße auf einem Grünstreifen eine Blumenwiese angelegt, um damit den Bienen und Schmetterlingen etwas Gutes zu tun. Mit diesen beiden Hauptprojekten bewirbt man sich erneut um die Auszeichnung als Umweltschule.

Reichenbachs Bürgermeisterin Karin Ritter ( SPD ) gab das Anliegen eines alleinerziehenden Vaters nach einer Ferienbetreuung seines Kindes weiter, da er keine sechs Wochen Urlaub bekomme. Sie regte eine eventuelle Kooperation der Schule mit dem Jugendbildungshaus „Am Knock“ an. Laut dem Schulleiter habe man in der Vergangenheit immer wieder eine dreiwöchige Ganztagesbetreuung angeboten. Hierfür habe es aber lediglich zwei Anmeldungen gegeben, so dass dies nicht finanzierbar gewesen wäre. Man wird den Bedarf für die Sommerferien erneut abfragen und dementsprechend nach Lösungen suchen.

Ein großes Lob zollte Schulleiter Klemens Löffler allen Eltern sowie seinem Kollegium, die den für alle Seiten schwierigen Corona-Mehraufwand sehr gut meisterten.