In Kronach hat sich die mutige Entscheidung, die Rosenberg-Festspiele stattfinden zu lassen, ausgezahlt. Die Mitglieder des Tourismus- und Stadtmarketingausschusses atmeten auf, als Kerstin Löw ein kleines Fazit zog. Doch es warten weitere Herausforderungen darauf, angenommen zu werden.

Bürgermeisterin Angela Hofmann ( CSU ) fasste den Entschluss so zusammen: „Als wir die Entscheidung getroffen haben, haben wir uns verschiedene Konzepte überlegt. Wir haben sehr vorsichtig geplant, jetzt kann man sagen: Wir haben alles richtig gemacht.“

„Jedermann“ sei komplett ausverkauft, nur für „Ladies Night“ seien noch ein paar Plätze frei. Auch das Kinderstück wird laut Hofmann sehr gut angenommen. Die künstlerische Leiterin Anja Dechant-Sundby erledige einen guten Job. Das merke man an der Begeisterung der Zuschauer. „Die Menschen sind einfach dankbar, dass Einiges wieder möglich ist“, sagte Angela Hofmann.

Noch detaillierter fasste es die Betriebsleiterin des Tourismus- und Veranstaltungsbetriebs, Kerstin Löw, zusammen: „Die Festspiele waren der Startschuss für alles, was noch kommt, und sie waren eine Punktlandung. Und nachdem der Vorverkauf sehr schwach begann, haben wir jetzt sogar eine Zusatzwoche drangehängt.“ Die bringe nicht nur zusätzliche Vorstellungen, sondern auch einen „Jedermann at Night“ in einer Spätvorstellung ab 22.30 Uhr. Exklusiv und imposant solle es werden, versprach Kerstin Löw. Der Ticketverkauf für alle Vorstellungen jedenfalls sei wesentlich besser gelaufen als eigentlich erwartet. „Wir haben 1400 mehr Tickets verkauft, als wir kalkuliert hatten. Es sind jeweils ja nur etwa 180 Zuschauer pro Aufführung zugelassen und nur ein Drittel der Tribüne darf besetzt ein.“ Die Kosten für den Mehraufwand sollen jetzt über staatliche Zuschüsse kompensiert werden. Das Geld dafür könnte entweder vom Freistaat oder vom Bund kommen. „So könnten wir am Ende auf null rauslaufen“, hofft Löw.

Von den Festspielen zu den anderen Veranstaltungen war es nur ein kleiner Bogen. Löw: „Wir ziehen noch einen Rattenschwanz an verschobenen Veranstaltungen hinter uns her und müssen schauen, was im Herbst noch möglich sein wird.“ Die Planungen jedenfalls umfassen zum Beispiel einen Stadt- und Sommermarkt in der Innenstadt, einen Rosen- und einen Gartenmarkt auf der Festung , den Frankenwaldmarathon ohne Großverpflegung, die Kammertheatertage und einen Weihnachtsmarkt auf der Festung .

Bei allen Bemühungen geht es auch um den Ausbau der Märkte und die Erweiterung des Sortiments. „Damit wollen wir dem Fachhandel und der Gastronomie helfen“, erläuterte Angela Hofmann das Vorgehen. „Das ist der Beitrag, den die Stadt Kronach dazu leisten kann.“

Lucas-Cranach-Jahr 2022

Museologe Alexander Süß gab einen Vorgeschmack auf das Lucas-Cranach-Jahr 2022. Er schwärmte in diesem Zusammenhang von einem „attraktiven Hochkulturprojekt“. Die Aussstellungen, Konzerte , Vorträge und die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Vereinen und Institutionen sollen das Jahr zu etwas Besonderem machen.

Noch vor der eigentlichen Sitzung waren alle Gremiumsmitglieder auf der Festung Rosenberg . Sie bekamen dort schon mal ein Gefühl für den Bauabschnitt am südlichen Ostflügel. Der ist gerade noch eingerüstet und bekommt ein neues Dach. Bauleiter Torsten Strube zeigte sich optimistisch, dass diese Aufgabe Ende Juli/Anfang August erledigt wird.

Anders als beim Innenausbau. Hier entstehen im Erdgeschoss ein Seminarraum und oben zusätzliche Hotelzimmer. Aber: „Wir sind weit gekommen. Ende August sind wir voraussichtlich fertig.“