Die Stadträte trauten ihren Ohren nicht, als ihnen die beiden Vorstände Harry Weiß und Steffen Potstada all die baulichen Mängel im örtlichen Sparkassengebäude aufzählten. Die Beweisfotos von Statiker Nils Nachtigall taten ein Übriges (siehe Bericht auf Seite 6). Weiß sprach von Fehlern bei der Bauausführung.

Der Vorstand habe sich für einen Abriss und einen Neubau entschieden. Den Standort wolle man auf alle Fälle beibehalten. Der Sparkasse sei es wichtig, von Anfang an Transparenz zu zeigen und die Öffentlichkeit umfassend zu informieren, zumal die Immobilie von außen einen sehr guten Eindruck mache, ergänzte Potstada. „Hier arbeiten Menschen. Die Gefahr ist greifbar. Es darf keine Risiken für Leib und Leben geben.“

Von einer besonderen Verantwortung für Ludwigsstadt sprach der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Landrat Klaus Löffler . Handlungsbedarf sei gegeben. „Ich bin sehr positiv gestimmt, dass daraus eine große Chance für Ludwigsstadt entstehen kann“, bekundete er.

Bürgermeister Timo Ehrhardt ( SPD ) bekräftigte die Bereitschaft der Stadt, sowohl der Sparkasse als auch den Mietern entsprechende Ausweichflächen zur Verfügung zu stellen. Für die Sparkasse sei das Erdgeschoss des Rathauses denkbar, für die Mieter Flächen in der Schule. „Aus jeder Situation lässt sich auch eine gewisse Chance ableiten“, meinte er.

Stiftungsratsvorsitzender Michael Schulz stellte dem Gremium das Projekt „Leuchtturm Mensch“ der Koinor-Horst-Müller-Stiftung zur Unterstützung des Ehrenamts vor (wir berichteten mehrfach).

Ortsstraßen werden ausgebaut

Einverständnis bestand mit den Entwürfen des Büros HTS-Plan zum Ausbau der beiden Ortsstraßen Am Bühl und Am Völzbach. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 950.000 Euro, der Eigenanteil der Stadt liegt bei 253.000 Euro.

Zustimmung fanden die Landschaftspflegemaßnahmen in Ludwigsstadt . Der Eigenanteil der Stadt beträgt 809,42 Euro. Ein Bewilligungsrest aus dem Sonderfonds „ Innenstädte beleben“ von 11.800 Euro soll für fußläufige Verbindungen im Stadtkern, etwa für die Treppenaufgänge bei der Kirchhofmauer, verwendet werden.

Dem Stadtrat lag ferner der Rechenschaftsbericht der Tourist-Info der Rennsteigregion für 2021 vor. So haben 15 Betriebe rund 2000 Übernachtungen gemeldet, 4000 weniger als im Jahr zuvor, ist vor allem auf den eingeschränkten Betrieb des Jugendwaldheims zurückzuführen ist. Die durchschnittliche Übernachtungsdauer lag bei 2,8 Tagen. 307 Gäste nutzten die Trekkingplätze.

Grünes Licht gab der Stadtrat für den Neubau einer Garage an der Schlesienstraße sowie für einen Behelfsparkplatz im Zuge der Attraktivierung des Freizeitgeländes Ölschnitzsee.

Der Bauhof erhält einen neuen Kommunaltraktor. Das erste Obergeschoss im Alten Rathaus wurde an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg-Kulmbach vermietet. Angeschafft werden zudem sechs Luftreinigungsgeräte für die Grundschule. Der Bürgermeister wies noch auf die Ortsteilversammlung in Lauenstein am 12. Mai um 19.30 Uhr im Gasthaus „Goldener Löwe“, den „Tag der Städtebauförderung“ in Lauenstein am 14. Mai ab 15 Uhr und auf die Info-Veranstaltung zum Wind- und Wasserstoffpark Rennsteig am 18. Mai um 19 Uhr in der Hermann-Söllner-Halle hin.