Bernhard Panzer

Jürgen Rissmann ist auf der Suche. Auf Schautafeln und auf einem Banner erkennen die Passanten, dass der Herzogenauracher für das bekannte Lokal an der Schütt einen neuen Pächter sucht. Der "Kreis'l" ist frei und wieder zu vergeben.

Seit 2002 gibt es das Bistro bereits, das an gleicher Stelle auf eine lange gastronomische Vergangenheit zurückblicken kann. Schon als "Café Mauser", im Jahre 1936 erbaut, erlangte das Lokal Kultstatus, ebenso wie in späteren Jahren die Diskothek "Piccadilly".

Diese wich dann dem Neubau eines Geschäftsgebäudes, das "Kreis'l" wurde nebenan neu errichtet. Auch für das Geschäftshaus sucht Rissmann neue Mieter, ab 1. April stehen gut 300 Quadratmeter im ersten Obergeschoss und im Erdgeschoss leer. Das steht auf einem großflächigen Plakat an der Hausfassade zu lesen. Der bisherige Mieter, die Nordbayerischen Nachrichten, zieht aus.

Seit 2002

Ab 2002 betrieb Jürgen Rissmann gemeinsam mit seiner Frau Uschi Rattmann, eine geborene Mauser, das Lokal. Auch das Kreis'l erfreute sich schon nach kurzer Zeit großer Beliebtheit, zunächst vor allem bei der jüngeren Generation. Elf Jahre haben die beiden das Lokal geführt, bis sie es dann an einen Nachfolger übergaben. Dieser, Achim Hubmann, betrieb es von 2013 bis zum Corona-Lockdown vor wenigen Wochen.

Offenbar haben sich die Corona-Einschränkungen nachteilig auf das Geschäft ausgewirkt. Das vermutet Jürgen Rissmann, denn die für ihn "unnötige Schließung der Tagesgastronomie" habe dem Lokal wirtschaftlich schon zugesetzt, sagt der Eigentümer. Inzwischen sehe man in Sachen Corona-Pandemie freilich einen rosa Streifen am Horizont. Aber zum Jubeln bestehe kein Anlass, meint er.

"Lokal ebenerdig ab sofort zu verpachten" steht es auf dem Plakat. 120 Quadratmeter Gastfläche und 200 Quadratmeter Biergarten sind es. Dazu noch Küche, Keller, Nebenraum und Kfz-Stellplätze.

Brauerei und Rockkeller

Der bisherige Pächter, der aus einer Herzogenauracher Gastronomenfamilie stammt, wolle sich verändern, sagte Rissmann. Gemeinsam mit seinem Bruder Hannes hatte Achim viele Jahre den Rockkeller im Weihersbach geführt, im vergangenen Jahr aber verkauft. Auch eine eigene Brauerei hatten die Beiden in früheren Jahren auf dem ehemaligen Polstergelände in der Würzburger Straße gegründet und einige Jahre aufrechterhalten. Der FT konnte Hubmann gestern telefonisch nicht zu einem Statement erreichen.

Zur Geschichte: Das Café Mauser war 1936 erbaut worden und wurde vor allem nach dem Krieg ein beliebter Treff. Manch ein Herzogenauracher lernte sich beim Tanz dort kennen, zu den bekannten Musizierenden zählten Erwin Kitterer und Fred Bertelmann. mit maw