Sie springen einem förmlich ins Auge und laden zum Reinbeißen ein, die vollreifen Äpfel und Birnen in der Flur, wenn sie in der Septembersonne leuchten. Die spätsommerliche Erntezeit hat bereits Ende August mit den Zwetschgen begonnen, ab September sind viele Äpfel und Birnen reif und im Oktober folgen späte Apfel- und Birnensorten sowie Quitten und Walnüsse.

Dieses heimische und gesunde Obst soll Abnehmer finden und nicht am Boden verrotten. Nicht selten werden private Streuobstbestände oder Obstbäume in Gärten nicht geerntet. Manche private Besitzer von Obstanlagen sind, bedingt durch gesundheitliche Probleme oder aus Altersgründen, verhindert, das Obst zu ernten. Andere wiederum sind mit der zu erntenden Obstmenge überfordert, weil diese ihren Bedarf übersteigt.

Während es in manchen Regionen tatsächlich Obst im Überfluss gibt, haben Spätfröste im Frühjahr in anderen Gebieten zu einem Totalausfall geführt. Dort wird verstärkt nach Obst gesucht.

Bietende und Suchende will nach einer Mitteilung des Landratsamts eine Streuobstbörse zusammenbringen. Interessierte können sich an die Geschäftsstelle des Kreisverbandes (Telefon 09521/942623) oder an den Bund Naturschutz Ebern (Telefon 09531/9443566) wenden und mitteilen, welches Obst zum Ernten angeboten oder gesucht wird.

Wie vielseitig und gesund heimisches Obst sein kann, zeigen folgende Informationen: Der gesundheitliche Wert von alten Apfel- und Birnensorten ist wegen der hohen Phenolgehalte unbestritten. Es gibt immer mehr Menschen, die auf die im Handel angebotenen Äpfel allergisch reagieren. Äpfel aus dem Streuobstanbau werden von Allergikern häufig gut vertragen. Pro Liter Apfelsaft braucht man 14 bis 16 Äpfel. Apfelsaft ist im Vergleich zu Limonaden recht kalorienarm. Als Direktsaft enthält er keinen zusätzlichen Zucker und mit Mineralwasser verdünnt schlägt er jeden isotonischen Durstlöscher. Zu Unrecht führt die Quitte ein Schattendasein. Zwar ist sie roh ungenießbar, verarbeitet bietet sie jedoch Geschmackserlebnisse. Wenn man die Kerne kocht, entsteht ein schleimiger Saft, der gegen Husten hilft. Frisch geerntet duftet sie, weshalb die Früchte früher in den Kleiderschrank gelegt wurden. red