Erhebliche Vorteile erhofft sich der Landkreis Haßberge vom Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN). Diesen Beitritt beschloss der Kreistag-Ausschuss für Bau und Verkehr in seiner Sitzung am gestrigen Mittwochnachmittag im Landratsamt in Haßfurt einstimmig. Wenn alles glatt geht, gehört der Landkreis ab 1. Januar 2018 zum VGN-Gebiet, das etwa ein Fünftel der Fläche Bayerns umfasst und in dem 2,75 Millionen Menschen leben.
Der Kreis gehört schon ein bisschen zum VGN-Raum. Das Gebiet um Ebern sowie Oberaurach und Rauhenebrach sind bereits dabei. Ab 2018 soll der ganze Landkreis dazu gehören.


"Zäher Prozess"

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) erinnerte daran, dass die Bemühungen um einen Beitritt seit 2009 laufen. Es sei ein "zäher Prozess" gewesen, aber nun sei Fahrt in das Projekt gekommen, freute er sich.
Der Beitritt zum VGN erleichtert Bus- und Bahnfahrten in Richtung Ober- und Mittelfranken erheblich. Der größte Vorteil ist, dass man im gesamten Raum mit einem Ticket fahren kann, egal ob mit Bus oder Bahn oder U-Bahn in Nürnberg. Mitunter werden die Tickets für die Fahrgäste damit billiger; allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass manche Fahrten etwas teurer werden - zum Beispiel auf solchen Strecken, dis bisher besonders günstig waren.


VGN-Beitritt kostet Geld

Für den Landkreis bedeutet der VGN-Beitritt Kosten. Im ersten Jahr, vermutlich 2018, muss der Kreis um die 700 000 Euro aufwenden. In den vier Folgejahren dürften es jährlich noch einmal rund 150 000 Euro werden. Doch der Landkreis hält das Geld für gut angelegt, blickt man nur einmal auf die vielen Pendler, die täglich in dem Raum unterwegs sind und von einheitlichen Tarifen profitieren. Touristisch bringt der VGN auch Vorteile, wie Entwicklungen im Raum Ebern bereits zeigen. Jedoch: Neue Verkehrsverbindungen wird es mit VGN-Beitritt nicht geben.
Der Landkreis blickt auch in den Westen: zum Verkehrsverbund VVM für Schweinfurt/ Würzburg: Aber dort ist ein Beitritt ungleich schwieriger, wie es im Ausschuss hieß. ks