Einen Rekordhaushalt mit einem Volumen von 14,6 Millionen Euro hat der Gemeinderat am Montagabend einstimmig verabschiedet. Während der Verwaltungshaushalt mit 6,67 Millionen Euro abschließt, umfasst der Vermögenshaushalt immerhin knapp acht Millionen Euro.

Bürgermeister Harald Hübner (CSU) hob die Investitionen in die Zukunft hervor, Kämmerer Wolfgang Schröder sprach von einem Kraftakt in schwerer Zeit. Den größten Ausgabebrocken bildet die Erschließung der Neubaugebiete "Am Wald II" und "Weidenrain" mit knapp 1,9 Millionen Euro. Für die geplanten Investitionen ist eine Kreditaufnahme von 1,5 Millionen Euro notwendig.

Harald Hübner betonte, dass man allein in den Straßenbau 1,3 Millionen Euro investieren werde, hinzu komme der Ausbau des schnellen Internets in den Außenorten. Auch die Weiterentwicklung von Schule und Kindertagesstätten habe man im Blick.

Wolfgang Schröder bezeichnete den Haushalt als ausgewogen. "Die Ansätze lassen vor allem im Verwaltungshaushalt eine gewisse Flexibilität zu und die Möglichkeit zu weiteren Einsparungen offen. Wie bisher werden zum Jahresende freie Mittel nicht sinnlos verwendet, sondern der Rücklage zugeführt. Das sogenannte Dezember-Fieber gibt es bei der Gemeinde Neudrossenfeld nicht."

Freie Finanzspanne halbiert

Die Finanzlage der Gemeinde ist laut Kämmerer trotz der notwendigen Darlehensaufnahme 2021 im gesamten Planungszeitraum stabil und geordnet. Man benötige keine Überbrückungshilfen und sei noch weit davon entfernt, Konsolidierungsgemeinde zu werden. Allerdings verhehlte Schröder nicht, dass die weitere Entwicklung der gemeindlichen Einnahmen angesichts von Corona mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist. So habe sich die freie Finanzspanne mit 256 970 Euro in etwa halbiert.

Für die CSU-Fraktion sprach Thomas Neugebauer von einem Rekordhaushalt. "Es ist wichtig und richtig, in die Zukunft unserer Gemeinde und seiner Ortsteile zu investieren." Die Gemeinde werde für junge Familien immer attraktiver. "Es geht vorwärts in Neudrossenfeld. Die von den Bürgern gewünschte Sanierung der Pflasterung in der Kreisstraße und im Ortskern hat oberste Priorität."

Nach Ansicht von Rainer Strobel (FW) ist der Haushalt ausgewogen und solide. Trotz erheblicher Investitionen werde die sparsame Finanzpolitik fortgesetzt. Einen Schwerpunkt bilde für die Freien Wähler der Bereich Kinder, Jugend und Familie. "Es freut uns, dass unser Antrag auf einen Wasserspielplatz berücksichtigt wurde, wir hoffen auf eine zügige Planung und Umsetzung."

Beschlüsse schneller umsetzen

Georg Waldmann begrüßte es für die FuG-Fraktion, dass viele Maßnahmen, die bereits in den Vorjahren geplant waren, endlich angegangen werden. "Wir begrüßen die Sanierung des Friedhofweges und der Weinbergstraße sowie die Beplanung des Neubaugebiets ,Am Wald II'. Ebenso freuen wir uns, dass im Zuge von ISEK die Ortskernsanierung vorangetrieben wird." Die FuG fordere jedoch grundsätzlich eine schnellere Umsetzung der Beschlüsse. "Wir können es uns nicht erlauben, im Dornröschenschlaf Dinge auszusitzen."

Michaela Schirmer stellte für die SPD-Fraktion fest, dass der Haushalt fast keine Wünsche offen lässt. "Nur den einen, nämlich dass möglichst viele vorgesehene Investitionen auch zur Durchführung kommen. Denn, dass Planung und Durchführung zeitlich manchmal durchaus weit auseinander liegen können, ist uns ja allen bekannt." Schirmer bedauerte, dass mit der Corona Pandemie keine Präsenzveranstaltung zum städtebaulichen Entwicklungskonzept möglich waren.

"Das wäre so wichtig, auch für die Akzeptanz der Maßnahmen. Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept bedeutet eben nicht nur den Austausch von maroden, schlecht begehbaren Pflasterflächen", sagte die Sozialdemokratin.