Als "never ending story" umschrieb Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) die Erneuerung des Geländers an der Baille-Maille-Brücke. Die Mitglieder im Gemeinderat wussten, was damit gemeint war. Sie hatten am Dienstagabend über ein Kostenangebot zu entscheiden, das bei rund 170 000 Euro lag. War die erste Kostenschätzung im Juni 2018 mit maximal 70 000 Euro schon extrem hoch, so hatte diese Kostenexplosion niemand erwartet.

Dennoch entschied sich das Gremium gegen die Stimmen von Karlheinz Schramm und Raimund Oetter (beide CSU), den Auftrag an die wenigst nehmende Firma Rohbau aus Kauerndorf zum Preis von 169 991 Euro zu vergeben. Dass geschah in dem Wissen, dass für die dringende Maßnahme keine Zuwendungen zu erwarten sind.

Die Sprache verschlagen

Schneider verwies darauf, dass nach gut dreieinhalb Jahren endlich ein konkretes Ausschreibungsergebnis auf dem Ratstisch liege, das aber die größten Befürchtungen im Gremium weit übersteige. Ihm habe es schon bei der Submission die Sprache verschlagen: "Es ist Wahnsinn, was das kostet, und es ist auch nicht zu erwarten, dass wir ein günstigeres Angebot bekommen."

Harald Peetz (CSU) gestand, dass er noch vor wenigen Tagen für die Aufhebung der Ausschreibung gewesen sei. Er verwies auf einen Ortstermin im Frühling 2018. Damals sei angedacht gewesen, die beiden Geländer mit Rundbögen zu verbinden. Das sei aber mit einem "Federstrich" vom Tisch gewischt worden. "Das ließ der Denkmalschutz aber nicht zu, weil wir damit den Charakter der historischen Brücke verändert hätten. Jetzt lassen sie uns im Regen stehen und wir bekommen weder vom Landesamt für Denkmalschutz noch von der Oberfrankenstiftung einen Zuschuss."

Rudi Gumtow (SPD) machte deutlich, dass die Erneuerung des Geländers die wenigsten Kosten verursache, aus dem Leistungsverzeichnis gehe hervor, dass es sich um eine Generalsanierung der Brücke handele, die jetzt auch endlich vorangebracht werden sollte. Ähnlich sah es Manuel Gumtow (FW).

Flügelverlängerung zwingend

Peter Aßmann (SPD) wollte noch wissen, ob die ausgeschriebene Flügelverlängerung unbedingt erforderlich sei. Dies bejahte der Leiter des Bauamts, Maximilian Müller.

Für den Betrieb einer Anlage zur zeitweiligen Lagerung von Asphalt-Fräsgut auf einem Grundstück im Gewerbegebiet "Himmelkron-Ost II" stimmte das Gremium einem Antrag auf immissionsschutzrechtliche Genehmigung zu. Der Gemeinderat verband damit allerdings eine Reihe von Auflagen, wie eine wiederholte Beprobung der Abfälle, die nur von 6 bis 22 Uhr angefahren werden können.

Die Reinigung der Abwasser- und Stauraumkanäle mit einer Länge von sech Kilometern und von 200 Kanalschächten übernimmt die Firma Drechsler aus Kulmbach für 50 126 Euro.

Ausgeschrieben werden die Arbeiten für die Reinigung des Tiefbrunnens 1 und die Herstellung von zwei Grundwasser-Messstellen für den Tiefbrunnen 2. Den Auftrag erhielt das Büro Piewak und Partner aus Bayreuth für 19 195 Euro.

Parkprobleme am Wendehammer

Rudi Gumtow sprach die unbefriedigende Parksituation am Wendehammer in der Schlesierstraße an, die vor allem der wöchentlichen Müllabfuhr Probleme bereite. Die Verwaltung wurde ermächtigt, in der Straße ein Parkverbot zu erlassen.

Harald Peetz schlug vor, die zunehmende "Papierflut" bei den Stellungnahmen der Verwaltung zu den einzelnen Tagesordnungspunkten einzudämmen. Uwe Täuber (CSU) regte an, den Ablauf der Sitzungen auch digital aufzubereiten. Rei.