Der Zeitplan beim Kindergartenneubau ist witterungsbedingt und wegen eines sehr hohen Grundwasserspiegels etwa zwei Wochen in Verzug. Dadurch kann die Bodenplatte nicht mehr - wie geplant - vor Weihnachten gegossen werden. Lediglich die äußeren Ringfundamente und die Kanalableitungen unter dem künftigen Gebäude werden noch bis zum Anfang der Winterpause am 22. Dezember zu schaffen sein.

Aber das ist für die Gemeinderäte noch das kleinere Problem. Viel mehr Kopfzerbrechen bereiten ihnen die galoppierenden Kosten. Allein beim Gewerk Dämmmaterial/Isolierung ist eine Steigerung um 250 Prozent zu verzeichnen.

Das Kirchengemeindeamt hat nach derzeitigem Stand bereits eine Bausumme von 2,914 Millionen Euro und verlangt jetzt eine Bestätigung dafür, dass die anlaufenden Mehrkosten von der Gemeinde übernommen werden. Das kam nicht bei allen Räten gut an. Albert Kolb (SPD/WG): "Dass die Baupreise steigen, weiß ich auch. Aber dass wir das alles zu 100 Prozent zahlen sollen, verstehe ich nicht. Das schlägt ja voll auf unseren Haushalt durch. Jeder zieht sich zurück und deckelt seinen Anteil."

Der Bund habe beschlossen, dass ab 2025 für jedes Kind ein Hortplatz zur Verfügung stehen müsse. Wie das bezahlt werden solle, interessiere niemanden. "Wir sollten das nicht einfach hinnehmen." Und Kolb schob nach: "Wenn die Aluminiumpreise steigen, muss ich halt mal über Kunststofftüren und -fenster nachdenken."

Höhere Förderung möglich?

Zweiter Bürgermeister Ingo Moos (SPD/WG) würde sich von Seiten des Bauherrn mehr Informationen wünschen. "Außer dem Ergebnis der Ausschreibungen bekommen wir ja gar nichts mit."

"Wenn die Preise um 30 und 40 Prozent steigen, müsste auch die Förderung angepasst werden. Wir sollten dieses Problem an höherer Stelle anbringen. Wenn Wahlen sind, stellen sich alle bei uns vor. Jetzt müssen wir sie auch mal anschreiben, damit sie wissen, um was es geht", meinte Christian Potzel (Gemeinschaft für Trebgast).

Bürgermeister Herwig Neumann erwiderte, dass man natürlich die Gemeindefinanzen im Blick behalten müsse. "Aber Klagebriefe werden uns nicht weiterhelfen." Obwohl die Landeskirche ihren Anteil gedeckelt habe, sei er dankbar, dass Gelder von der Kirche fließen. "Sei es wie es ist: Kinderbetreuung ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde", fasste der Bürgermeister zusammen. Die Kostensteigerungen würden die Leistungsfähigkeit der Gemeinde stark einschränken.

Mit einer Gegenstimme sicherten die Räte der Übernahme der Mehrkosten zu. Gleichzeitig erwartet die Gemeinde vom Bauträger eine weitere Beteiligung an den Mehrkosten.

Kein Zuschuss für Flutlichter

Der TDC Lindau will seine Flutlichtanlage auf dem Trainingsplatz energieeffizient und umweltfreundlich auf LED-Technik umrüsten und beantragte im Rathaus finanzielle Unterstützung. Der Bürgermeister erinnerte an einen früher gefassten Beschluss, bei Baumaßnahmen von Vereinen keine Zuschüsse mehr zu gewähren. Der Antrag wurde bei einer Gegenstimme abgelehnt.

Eine Bürgeranfrage zielte darauf ab, in der Berliner Straße eine fest installierte Geschwindigkeitsanzeige aufzustellen. Bürgermeister Herwig Neumann verwies auf das mobile Messgerät, das in der VG vorhanden sei und abwechselnd eingesetzt werde. Er werde sich dafür einsetzen, dass dieses Gerät demnächst in der Berliner Straße aufgestellt wird.

In der letzten nichtöffentlichen Sitzung wurden laut Bürgermeister die Ingenieurleistungen für die Sanierung der Betonbrücke am Badesee-Parkplatz vergeben. Den Zuschlag erhielt das Ingenieurbüro iplan in Kulmbach.

Genehmigt wurden Mehrkosten, die beim Befahren des Kanals durch die Firma Drechsler angefallen waren.

Stelle wird ausgeschrieben

Neu besetzt wird die Stelle eines See-Koordinators. Die Stellenausschreibung beinhaltet weitgehend organisatorische Aufgaben rund um den Badebetrieb. Dem Vertragsabschluss mit einem geeigneten Bewerber wurde zugestimmt.