Bayreuth — Nach einer knapp zweiwöchigen Länderspielpause gastiert Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth heute Abend (20.30 Uhr) bei Tabellenschlusslicht Gießen 46ers. Im Hinspiel mussten sich die Bayreuther kurz vor dem Jahreswechsel überraschend klar mit 99:110 geschlagen geben.

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Gießen 46ers - Medi Bayreuth "Das war eine der bittersten Niederlagen seit ich in Bayreuth bin. Der Blick zurück schmerzt noch immer", hat Medi-Coach Raoul Korner dieses Spiel nicht vergessen und sinnt auf Revanche: "Da ist definitiv eine Rechnung offen." Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge benötigt Medi gegen das Tabellenschlusslicht ein Erfolgserlebnis, um nicht selbst in den Abstiegsstrudel zu geraten. Die Ausgangslage erscheint für die Bayreuther günstiger als zuletzt, denn erstmals seit Wochen dürfte Korner wieder sein kompletter Kader zur Verfügung stehen.

Kapitän Bastian Doreth, Nachwuchstalent Kay Bruhnke und auch Center Dererk Pardon, der sich jüngst einer Kiefer-OP unterziehen musste, stehen wohl wieder im Aufgebot. "Wir sind vorsichtig optimistisch, komplett antreten zu können, wenngleich Andreas Seiferth leicht angeschlagen von der Nationalmannschaft zurückgekehrt ist", sagt der Österreicher, der auch international im Einsatz war und sich mit dem Nationalteam seines Heimatlandes zwei Mal dem Nachbarn Ungarn geschlagen geben musste. "Wir müssen aggressiv und physisch in der Defensive agieren und im Kollektiv unseren Rhythmus finden. Mit individuellen Glanzleistungen werden wir sie nicht bezwingen können", gibt Korner seinem Team die Marschroute zum angestrebten siebten Saisonsieg vor.

Den Hessen, Gründungsmitglied der Basketball-Bundesliga, droht in dieser Saison der zweite Abstieg in die ProA nach 2013. Um das zu verhindern, hat Geschäftsführer Mike Koch in den vergangenen Wochen an der Personalschraube gedreht.

Ex-Bayreuther hat in Gießen das Sagen

Auf der Kommandobrücke hat der ehemalige Bayreuther Publikumsliebling und Meisterspieler von 1989 den Gießener Lokalmatador Rolf Scholz anstelle von Ingo Freyer installiert. Und auch am Kader gab es Nachbesserungen: Diante Garrett ersetzt seit Ende Januar seinen US-Landsmann Liam O`Reilly (jetzt Jonavos CBet) im Spielaufbau. Der Neuzugang vom griechischen Erstligisten und Eurocup-Teilnehmer Promitheas Patras verfügt über die Erfahrung aus insgesamt 90 NBA-Partien im Trikot der Phoenix Suns und Utah Jazz und kam in seinen ersten drei Partien auf starke 13 Punkte und 5,7 Assists.

Zudem ist John Bryant nach einem kurzen Gastspiel bei Zweitligist Paderborn zu den Hessen zurückgekehrt. Der zweifache BBL-MVP wirkt alles andere als austrainiert, garantiert dennoch schon wieder für 10,5 Punkte sowie 5,5 Rebounds und 2,5 Assists. "Mit Bryant haben sie jetzt wieder einen echten Felsen unter dem Korb", warnt Korner vor dem deutschamerikanischen Center-Koloss. Viel Zählbares haben die Veränderungen aber noch nicht gebracht: Seit ihrem Sieg in Bayreuth konnten die 46ers nur zwei weitere Male siegreich vom Parkett gehen: Zu Hause gegen Frankfurt sowie bei den EWE Baskets Oldenburg. In einem Nachholspiel des 17. Spieltags kassierten sie am vergangenen Mittwochabend eine deutliche 82:101(40:47)-Niederlage bei s.Oliver Würzburg.

"Würzburg war bitter. Jetzt müssen wir nach vorne schauen und an uns glauben. Um gegen Bayreuth eine Chance auf den Sieg zu haben, müssen wir an beiden Enden des Feldes als Team agieren", fordert Cheftrainer Rolf Scholz und Geschäftsführer Mike Koch legt nach: "In unserer momentanen Situation sind Charakter und Einstellung wichtige Faktoren. Jeder muss extra Einsatz und starken Willen zeigen."