Einstimmig hat der Marktgemeinderat am Dienstagabend den Haushalt 2021 mit einem Gesamtvolumen von rund 7,8 Millionen Euro verabschiedet. Während der Verwaltungshaushalt Einnahmen und Ausgaben von 3,67 Euro aufweist, schließt der Vermögenshaushalt mit 4,05 Millionen Euro ab. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen, der Schuldenstand wird zum Jahresende knapp eine Million Euro betragen, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 572 Euro.

Kämmerin Andrea Müller machte deutlich, dass der Haushalt in der Pandemie eine Momentaufnahme mit vielen Unbekannten sei. Vorgesehen seien Investitionen von knapp 3,5 Millionen Euro. Die Hebesätze für die Grundsteuer A und B sowie für die Gewerbesteuer bleiben mit 310 beziehungsweise 320 Punkten unverändert.

Laut Müller werden Grundsteuereinnahmen in Höhe von 190 870 Euro erwartet, der Einkommensteueranteil ist mit 990 630 Euro prognostiziert, der Umsatzsteueranteil mit 99 790 Euro. "Ob gerade die letztgenannten Werte angesichts der Corona-Pandemie auch gehalten werden können, bleibt offen", so die Kämmerin. Große Veränderungen gebe es bei der Schlüsselzuweisung mit lediglich 431 380 Euro gegenüber 796 396 Euro im Vorjahr, was der verbesserten Steuerkraft geschuldet sei. Die Gewerbesteuer können mit 250 000 Euro in Ansatz gebracht werden gegenüber 86 157 Euro im Vorjahr.

Rekord-Kreisumlage

Die höhere Steuerkraft führt auch zu einer Kreisumlagen-Höchstzahlung von 1,014 Millionen Euro gegenüber 701 217 Euro im Vorjahr. Neben den Personalkosten für Bauhof und Verwaltung schlagen auf der Ausgabenseite die Schule mit 217 190 Euro allein im Verwaltungshaushalt sowie der laufende Betrieb der Kindertagesstätte mit 305 000 Euro zu Buche. Weitere Schwerpunkte sind die kostenrechnenden Einrichtungen Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung mit Ausgaben von 295 600 beziehungsweise 223 180 Euro und das Schwimmbad mit 133 950 Euro.

An Konzessionsabgaben werden 60 000 Euro erwartet, die Miet- und Pachteinnahmen sind mit 48 100 Euro veranschlagt.

Zur Finanzierung der anstehenden Projekte ist auch eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von 162 940 Euro notwendig.

Bürgermeister Jochen Trier (FW) bezeichnete den Haushalt 2021 samt Finanzplanung bis 2024 als ein Versprechen in die Zukunft. Er erwähnte die staatlichen Zuwendungen zur Finanzierung wichtiger Investitionen. "Unser Schuldenstand ist jetzt auf einem Rekordtief, aber wir wollen uns nicht totsparen. Wir müssen an die Zukunft denken und auch wieder investieren." Der Bürgermeister sprach von einer kontrollierten Offensive "Wir haben bis 2024 noch viele Maßnahmen vor der Brust."

Solides Zahlenwerk

In ihren Statements kamen die Fraktionssprecher Sabine Leuschner (FW), Jörg Treutler (SPD) und Roland Burghofer (CSU) übereinstimmend zum Ergebnis, dass man gemeinsam mit Kämmerin Andrea Müller ein solides Zahlenwerk erstellt habe, das sich sehen lassen könne. Treutler bedauerte allerdings, dass der barrierefreie Kurweg im Schorgasttal nicht wie ursprünglich geplant verwirklicht werden kann. Großes Lob erhielt die Kämmerin für die Ausarbeitung des Haushalts.