Marion Krüger-Hundrup

Eine "gute gemeinsame Basis" bescheinigt Erzbischof Ludwig Schick der Ökumene im Erzbistum und im Kirchenkreis Bayreuth. Regionalbischöfin Dorothea Greiner fügt hinzu, dass die Ökumene "deutlich an Fahrt gewonnen hat". Diese Bilanz auf dem Weg zur "Einheit in versöhnter Verschiedenheit" zogen die Kirchenvertreter zum Abschluss des ökumenischen Delegationstreffens.
Erzbischof Schick nannte das Ziel der ökumenischen Bemühungen: "Wir wollen die Kanzel- und Eucharistiegemeinschaft unter Beibehaltung der jeweiligen Traditionen." Es werde "immer Unterschiede geben". Ökumene beziehe sich nicht nur auf die Beziehungen zu den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden, sondern auch auf Begegnungen mit evangelisch-reformierten und orthodoxen Christen, Baptisten, Methodisten, Altkatholiken und freien Christengemeinden.
Für Greiner gehört zum Lutherischsein das Ökumenischsein unabdingbar dazu. Als Beispiele hob sie aus Kirchenkreis und Erzdiözese die inzwischen ökumenisch durchgeführten Alltagsexerzitien in der Passionszeit hervor, das ökumenische Ehefest auf Schloss Craheim 2013 für konfessionsverbindende Ehepaare, das am 30. Juli in Vierzehnheiligen eine Neuauflage erfährt.
"Die wechselseitige Bitte um Vergebung an die Schwesterkirche ist die beste Vorbereitung zum Begehen von 500 Jahren Reformation am 31. Oktober diesen Jahres", findet Greiner. Vergeben sei der Weg, auf dem Christus Beziehungen heile, die in den vergangenen Jahrhunderten gelitten hätten.
Erzbischof Schick sprach von dem gemeinsamen Auftrag, die "Werte des Evangeliums zu verkünden" und sich für "Gerechtigkeit, das Gemeinwohl, die Bewahrung der Schöpfung und die Entwicklung der Dritten Welt" einzusetzen. Er selbst werde am Feiertag, am 31. Oktober, diesen Auftrag in Coburg erfüllen, wo das Reformationsgedenken mit Bischöfin Greiner und ihm als Prediger begangen werde. "Es ist das erste Reformationsjubiläum, das als gemeinsames Christusfest ein ökumenisches Gepräge hat", sagt Greiner. Martin Luther hat 1530 ein halbes Jahr auf der Veste verbracht und in der Morizkirche gepredigt.
Die bisher ungelöste Frage nach einem gemeinsamen Abendmahl für katholische wie evangelische Christen sieht Erzbischof Schick in der Deutschen Bischofskonferenz in "guten Händen". Die katholischen Bischöfe diskutierten bei ihrer Frühjahrsvollversammlung eine Vorlage, wonach eine verantwortliche Entscheidung über den Kommunionempfang des nichtkatholischen Partners im seelsorglichen Gespräch fallen kann. Aus dieser Vorlage erarbeiten die Bischöfe nun ein verbindliches Schreiben.