Corona verändert das gesellschaftliche Leben zurzeit stark, auch das der Landjugend. Statt Gruppenabenden, Umzügen und Veranstaltungen müssen nun andere Wege gefunden werden, um den ständigen und wichtigen Austausch zu anderen Landjugendgruppen aufrechtzuerhalten - auch über große Entfernungen hin.

So wie einige Mitglieder aus dem Kreisverband Coburg der Landjugend, die sich von Corona auch einen gemeinsamen Kochabend mit russischen Freunden nicht nehmen ließen. "Eigentlich wollten wir uns hier in einer Küche treffen und die anderen hätten sich in Russland in einer Küche getroffen", erzählt Tobias Stelzner, Kreisvorsitzender der Landjugend in Coburg. Im März hatte eine Gruppe aus dem Coburger Land die Freunde in Russland besucht. Nicht erst seitdem wird über soziale Medien der Kontakt gepflegt. Virtuell sollte nun in jeder Küche von der jeweils anderen aus angeleitet gekocht werden. "Wir wollten eine Kohlsuppe machen und die Russen sollten uns sagen, wie es geht", sagt Tobias Stelzner. Es kam etwas anders.

Lange gehegte Verbidnung

Seit mehr als 20 Jahren pflegt der Landjugend-Bezirksverband Oberfranken eine Partnerschaft nach Penza zur Landjugend. Dabei wird es Jugendlichen ermöglicht, die Kultur und das Brauchtum eines anderen Landes kennenzulernen. Dies erfolgt jeweils im gegenseitigen Austausch der Gruppen. Dabei erfolgten die letzten Begegnungen im Oktober 2019, als eine russische Gruppe für eine Woche in Gastfamilien im Landkreis Coburg untergebracht war, und im März 2020 kurz vor dem Lockdown die Reise nach Penza.

Tobias Stelzner schwärmt vom Austausch nach Russland: "Die Zeit in Russland mit meinen Freunden werde ich nie vergessen. Es ist ein einmaliges Erlebnis, das ich jedem nur weiterempfehlen kann." Während dieser Zeit wurden vor allem Freundschaften geknüpft.

Der Landjugend-Bezirksverband Oberfranken hat sich für heuer etwas Besonderes ausgedacht, denn der Austausch zu internationalen Gruppen steht auch trotz Corona im Fokus in der Verbandsarbeit.

Durch mehrere Meetings per Videokonferenz hat sich die Kreislandjugendgruppe Coburg, vertreten durch die Landjugenden Meeder und Herreth, ein Programm ausgedacht, um die geknüpften Kontakte zu pflegen. Da die Begegnung aufgrund der Covid-19-Situation weder vor Ort binational noch in einer großen Gruppe stattfinden konnte, wurde eine Online-Begegnung organisiert. Mit Rücksicht auf die Kontaktbeschränkungen wurde ein Konzept ausgearbeitet, so dass sich vier deutsche Gruppen aus jeweils maximal zwei Haushalten zusammengefunden haben.

Auf russischer Seite musste wohl weniger berücksichtigt werden. "Auf dem Land kümmert man sich in Russland nicht so um die Pandemie wie in den Großstädten", erfuhr Tobias Stelzner von den Freunden in Penza.

Als Programm wurde zusammen mit den russischen Teilnehmern an einem Abend online gekocht, ein Anknüpfen an das gemeinsame Kochen 2019 in Coburg. Am anderen Abend wurde ein Cocktail-Tasting unter dem Motto "coronakonform digital fortgehen" organisiert. Dabei sprachen die Teilnehmer auch das Alkoholpräventionskonzept des Kreisjugendrings Bayreuth an, die Fruchtbar.

Pandemiegerecht organisiert

Die Zutaten für beide Treffen wurden auf deutscher Seite von einem Zweier-Team eingekauft, aufgeteilt und jeweils ohne Kontakt zu anderen Gruppen ausgefahren, so dass allen Gruppen dieselben Ausgangsbedingungen gestellt werden konnten.

Jeweils um 19 Uhr deutscher Zeit startete das Meeting, wobei Russland zwei Stunden voraus ist. Was dazu führte, dass die Freunde dort schon etwas weiter waren als ihre Kochpartner im Coburger Land.

Hier wurde dann sofort losgelegt. Es wurden Wraps gemacht, so dass jeder aktiv eingebunden war und sich austauschen konnte, wie man am besten bei der Zubereitung vorgeht. Damit das Gespräch ständig am Laufen gehalten wurde, führten zwei Moderatoren durch den Abend.

Eine Begegnung, die für alle Beteiligten eine neue positive Erfahrung war, bei der viel gelacht und geredet wurde. Die vermeintliche Sprachbarriere wurde sehr gut gelöst mit einem Mix aus Englisch, Deutsch und Russisch sowie mit Hilfe eines Übersetzungsprogramms. Auch die russische Gruppe war von der Begegnung sehr angetan und freut sich auf ein Wiedersehen - sei es vor Ort oder digital, so die Coburger Landjugend.