"Hurra, wir können den Kindern endlich wieder Freude bringen!", strahlt die bunt geschminkte Clownin Pipette von den fränkischen Klinikclowns. Gemeinsam mit Clownfreund Pišta übergab sie Prof. Dr. Joachim Wölfle, Direktor der Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikums Erlangen, das Plakat zur neuen App des gemeinnützigen Vereins "Clownprojekt". Mithilfe dieser App können sich die jungen Patienten die lustigen Späße der Clowns online ans Krankenbett holen, solange in der Kinderklinik das coronabedingte Besuchsverbot gilt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Uni hervor.

Pipette und Pišta heißen im wirklichen Leben Maike Jansen und Stefan Ferencz. Das fröhliche Künstlerpaar engagiert sich seit bald 20 Jahren als Klinikclowns für den Verein "Clownprojekt". "Normalerweise besuchen die Klinikclowns regelmäßig zweimal im Monat alle Kinder, die sich das wünschen, bei uns auf den Stationen", berichtet Marion Müller, die diese Termine als leitende Erzieherin der Kinderklinik des Uni-Klinikums Erlangen seit vielen Jahren koordiniert und begleitet.

Ein Video pro Woche

Weil dies jetzt aufgrund der Corona-Pandemie seit vielen Wochen nicht mehr möglich ist, nutzen die Künstler unter dem Motto "Wir sind immer für euch da" die App als digitales Hilfsmittel, um den kranken Kindern nahe zu kommen. "Wir wollten den Kindern ein bisschen Lachen ans Krankenbett bringen, und so drehen wir lustige Videos, die sie sich über die App anschauen können", erklärt Maike Jansen. Über den QR-Code auf dem Poster und den eigens gedruckten Postkarten können sich alle interessierten Kinder und Eltern die kostenfreie App unkompliziert aufs Smartphone laden. Im ersten Video erscheinen die Klinikclowns in einem grünen Garten, wo sie immer wieder hinter Bäumen hervorlugen und lustige Späße treiben.

Mindestens ein neues Video pro Woche wollen die Klinikclowns für die Kinder produzieren. Die App programmierte ein Webdesigner innerhalb weniger Wochen als Spende für den Verein. "Das ging rucki, zucki", erklärt Clown Pišta, in dessen Garten das erste Video entstand, mit einem Lächeln.

"Wir freuen uns sehr über die engagierte Arbeit unserer Klinikclowns und danken ihnen herzlich für diese fröhliche Idee, obwohl die Arbeitsbedingungen für freie Künstler zurzeit gar nicht lustig sind", lobte Klinikdirektor Joachim Wölfle das kreative Potenzial der Klinikclowns.

Mit derzeit neun Clowns besucht der gemeinnützige Verein "Clownprojekt" seit 1999 regelmäßig die Kliniken in Erlangen, Fürth und Nürnberg, um dort kranke und schwerkranke Kinder zum Lachen zu bringen. Die gesamte Vereinsarbeit ist ehrenamtlich organisiert und finanziert sich durch Spenden und Patenschaften. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.clownprojekt. de. red