Weißenbrunn —  Sie sind wieder da: In der coronabedingten Zwangspause haben die "KlimaMacher" der Energievision Frankenwald fleißig an neuen Modulen gefeilt und auch ein Hygienekonzept erstellt. Damit können sie jetzt endlich wieder in die Schulen kommen - sehr zur Freude gerade auch in Weißenbrunn, wo man sich Jahr für Jahr die "KlimaMacher" ins "Haus" holt.

Die "Stammkunden" waren eine der ersten, die im Rahmen einer Projektwoche "Mobilität" die neuen Corona-konformen Module des Schul- und Umweltschutzprojekts testeten. In jeweils zwei altersgerecht angepassten Unterrichtseinheiten vermittelte Robert Korn allen Jahrgangsstufen Interessantes, Erstaunliches und Wissenswertes rund um das Klima und den Klimaschutz mit dem Schwerpunkt "Energie und Mobilität".

Kleine Veränderungen

"Bereits mit kleinen Veränderungen im Alltag kann man viele CO2 -Ausstöße vermeiden und zum Klimaschutz beitragen", verdeutlichte der stellvertretende Projektleiter den Jungen und Mädchen den direkten Einfluss der Mobilität auf unsere Umwelt. Schädlich ist insbesondere das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid ( CO2 ), das vor allem bei der Verbrennung von Kohle, Gas und Öl entsteht. Eine wesentliche Quelle für den Ausstoß ist der Verkehr. Eindrücklich rief er die Schüler zur Verkehrsvermeidung und Verlagerung auf umweltfreundliche Transportmittel auf. Hierfür erhielten diese zunächst einen Überblick über die meist genutzten Fortbewegungsmittel, um sie danach hinsichtlich ihrer Klimaverträglichkeit zu bewerten.

"Das Flugzeug ist für unsere Umwelt das schädlichste Fortbewegungsmittel, gefolgt vom Kreuzfahrtschiff, Auto, ICE und schließlich dem Bus", löste der Klima-Spezialist das "Rätsel" auf. Wie er erläuterte, verbraucht ein Flugzeug auf 1000 km genau so viel CO2 wie ein Bus auf 6000 km. Für 1000 km mit dem Flugzeug kann man - bei gleicher Anzahl an CO2 - Emissionen - mit dem Auto 2000 km zurücklegen. "Mit dem Flugzeug sollte man nur fliegen, wenn es nicht anders möglich ist. Inlandsflüge müssen nicht sein", appellierte Robert Kern, der den Kindern mittels einer Waage die Klimaschädlichkeit der einzelnen Fortbewegungsmittel anschaulich vor Augen führte.

Ein Schiff produziert demnach genauso viele CO2 -Emissionen wie 84 000 Autos. Für Erstaunen in den Klassen sorgte auch die Tatsache, dass das Auto schädlicher für die Umwelt ist als ein ICE und Bus. "Das liegt insbesondere auch daran, dass ein Auto pro Fahrt im Durchschnitt nur von 1,5 Personen genutzt wird", erklärte der stellvertretende Projektleiter. Züge führen zwar teilweise schon mit Strom; bräuchten aber sehr viel Energie, um sich fortzubewegen. Am umweltfreundlichsten ist es natürlich, zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Wenn die Strecken hierfür zu weit seien, sollte man - so der Experte - den Bus nehmen, wobei er insbesondere auf das neue Mobilitätskonzept des Landkreises Kronach verwies. Damit könnten die Schüler mit Bus oder Bahn auch ihre weiter entfernt wohnenden Freunde besuchen, ohne dass ihre Eltern sie fahren müssten.

Zertifizierte Umweltschule

Zuvor hatte Kern den Unterschied zwischen Wetter und Klima erläutert sowie die jeweiligen Klimazonen. "Wir wohnen in der gemäßigten Zone. Das bedeutet, es ist bei uns nie ganz kalt und nie ganz heiß", wusste "Umweltfrosch" Ella aus der vierten Klasse. Überhaupt glänzten alle Jahrgangsstufen mit großem bereits vorhandenem Wissen, worüber der Energievision-Mitarbeiter sichtlich erstaunt war. "Ihr wisst ja schon megaviel", lobte er. Keine Überraschung war dies indes für Schulleiter Ralf Knöchel; sind doch die Erkundung der Natur und aktive Beiträge zum Umweltschutz für die Schüler selbstverständlich. So ist die Grundschule Weißenbrunn auch zertifizierte Umweltschule (2 Sterne) mit selbst gepflanztem Schulwald. Die "Umweltfrösche" - ein Zusammenschluss engagierter Kinder - widmen sich regelmäßig ökologischen Themen wie Mülltrennung, Energie sparen usw. "Wir haben lauter Klimaaktivisten an der Schule", zeigte er sich stolz.