Klaus Schulz hat in 33 Jahren als städtischer Forstamtsleiter einiges bewegt

1 Min
Klaus Schulz in seinem Element: Mit großer Sachkenntnis erläuterte er bei den regelmäßigen Waldbegehungen mit dem Stadtrat das Konzept der naturnahen nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Foto: Stadt Bamberg
Klaus Schulz in seinem Element: Mit großer Sachkenntnis erläuterte er bei den regelmäßigen Waldbegehungen mit dem Stadtrat das Konzept der naturnahen nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Foto: Stadt Bamberg

"Ein Förster, der Geschichte geschrieben hat", so nannte der für das städtische Forstamt zuständige Finanzreferent Bertram Felix den langjährigen Leiter des Städtischen Forstamtes, Klaus Schulz, bei d...

"Ein Förster, der Geschichte geschrieben hat", so nannte der für das städtische Forstamt zuständige Finanzreferent Bertram Felix den langjährigen Leiter des Städtischen Forstamtes, Klaus Schulz, bei dessen letzter Waldbegehung mit dem Stadtrat. Mit Ende des Monats August war diese Geschichte zumindest formal zu Ende: Nach 33 Jahren als Leiter des Städtischen Forstamtes Bamberg ging Klaus Schulz in den Ruhestand.

Die Geschichte, die er dabei geschrieben hat, reicht gleichwohl weit in die Zukunft. Wie die Stadt Bamberg mitteilt, hat Klaus Schulz während seiner Dienstzeit in den Wäldern der Stadt Bamberg, der Bürgerspitalstiftung Bamberg und dem mitbetreuten Gemeindewald Stettfeld sehr viel bewegt. Er stehe mit seinem beruflichen Lebenswerk für eine nachhaltige und gleichsam wirtschaftliche Forstbewirtschaftung.

Dank und Anerkennung prägten die Verabschiedungsfeier für Klaus Schulz im Refektorium des Bürgerspitals auf dem Michaelsberg. "Sie haben bei uns Ihre zukunftsorientierte Vision von einem naturnahen Wald ideenreich umgesetzt. Ihre exzellente Waldbewirtschaftung hat nachhaltige Maßstäbe gesetzt, die uns immer an die Ära Schulz erinnern werden. Dafür sind wir Ihnen sehr dankbar", fasste Oberbürgermeister Andreas Starke in seiner Laudatio diese Bilanz zusammen.

Zum Aufgabengebiet des 1954 in Bamberg geborenen Försters gehörte die Betriebsleitung auf 1800 und die Revierleitung auf 1200 Hektar Wald. Die Zeit des Altersklassenwaldes und die Kahlschlagwirtschaft wurden schon im Jahr 1986 beendet. Der Stadtwald Bamberg und die Wälder der Bürgerspitalstiftung werden seitdem nach den Richtlinien der naturgemäßen Waldwirtschaft bewirtschaftet.

Der Umbau der teilweise vorkommenden reinen Nadelholzbestände wurde von Beginn seiner Tätigkeit an stark forciert, so dass heute weitgehend baumartenreiche, hochwertige Laub- und Nadelholzmischbestände vorhanden sind. "Durch eine gelungene Jagdstrategie und die konsequente Bejagung des Rehwildes konnte zudem erreicht werden, dass die Naturverjüngung der Hauptbaumarten auf großer Fläche gelingt", teilt die Stadt dazu mit. Die Waldstrukturen, die Stabilität der Bestände, die Holzqualität, der Holzvorrat und der Holzzuwachs hätten sich in den Jahren der Tätigkeit von Klaus Schulz deutlich verbessert.

Heute würden jährlich circa 9000 Festmeter Holz nachhaltig genutzt, das überwiegend über örtliche Sägewerke und nahegelegene Großsägewerke vermarktet wird. Etwa 1000 Festmeter Brennholz werden ausschließlich an Kleinverbraucher in der Region verkauft. Die Wiedereinbringung der Weißtanne und die Verjüngung der Eiche waren Schwerpunkte der waldbaulichen Tätigkeit. Durch die Anlage zahlreicher Feuchtbiotope und die Erarbeitung einer Totholz- und Naturschutzstrategie hat sich der Wald zu einem artenreichen Lebensraum entwickelt, der von der örtlichen Bevölkerung als Erholungswald intensiv genutzt wird.

Die Bürgerspitalstiftung Bamberg erhielt im Jahr 2013 den "Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung" des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, die Stadt Bamberg den "Wald vor Wild"-Preis des Ökologischen Jagdverbandes Bayern.

Die Nachfolge von Klaus Schulz übernimmt Johannes Hölzel. Er ist in Bamberg kein Unbekannter, da er einige Jahre in der Geschäftsführung der Forstlichen Vereinigung Oberfranken tätig war. Im Anschluss leitete er als Produktionsleiter der Abteilung Stadtforst drei Jahre den Kommunalwald der Stadt Frankfurt am Main. red