Ungewohnt lange mussten die Pressevertreter am Mittwochabend auf eine Spielanalyse von Andrea Trinchieri warten, denn der Trainer der Brose Baskets faltete nach der 63:70-Heimpleite im Eurocup gegen Straßburg seine Jungs fast 20 Minuten in der Kabine zusammen. Lautstark soll er seinen Unmut über die schwache Vorstellung vor allem in der zweiten Halbzeit kundgetan haben. Bei der anschließenden Pressekonferenz überlegte er lange, bevor er feststellte: "Wir haben gegen eine Mannschaft verloren, die eindeutig besser war als wir. Sie haben uns in der zweiten Hälfte sowohl offensiv als auch defensiv ausgespielt. Das ist die traurige Wahrheit. Wir waren in der Verteidigung nicht gut genug, und unser Angriff war ein Armutszeugnis. Mehr sage ich besser nicht, denn sonst würden schlimme Wörter fallen."
Und dann machte der 47-jährige Italiener deutlich, warum er so enttäuscht ist: "Ich hasse es, Heimspiele zu verlieren, noch dazu in einer vollen Arena. Aber es ist passiert." Und es soll nicht so schnell nicht wieder vorkommen - und schon gar nicht am Sonntag (17 Uhr) gegen den Aufsteiger aus Crailsheim. Die Merlins haben erst einen Sieg auf ihrem Konto (100:84 gegen Trier) und zieren das Tabellenende. Diese ernüchternde Bilanz führte dazu, dass sich die "Zauberer" im November vom Aufstiegshelden Willie Young trennten und der bisherige sportliche Leiter Ingo Enskat das Traineramt übernahm.


Trinchieri fordert richtige Antwort

"Wir müssen zeigen, dass wir unsere Lektion gelernt haben und zurück in der Spur sind. Es ist ein Spiel, in dem die Eins-gegen-eins-Verteidigung und das schnelle Umschalten von Angriff auf Verteidigung die Schlüssel sein werden. Crailsheim wird schnelle Abschlüsse suchen. Aber mit allem Respekt vor dem Gegner: Das Wichtigste ist, was in unseren Köpfen passiert und wie wir die Niederlage vom Mittwoch verarbeitet haben. Wir müssen beweisen, dass wir fähig sind, das Spiel mit aller professionellen Ernsthaftigkeit anzugehen und dabei all die Fortschritte zeigen, die wir zuletzt gemacht hatten", fordert Trinchieri volle Konzentration vor der Partie gegen den krassen Außenseiter. Vor allem den Scharfschützen Sean Mosley (14,9 Punkte im Schnitt), Chad Timberlake (12,4), Garrett Sim (12,1) sowie den deutschen Center Jannik Freese (11,9) gilt es zu stoppen.
"Wenn du gegen eine starke Mannschaft wie Straßburg spielst, darfst du dir keine 17 Ballverluste erlauben, wenn du gewinnen willst. Wir haben sie mit unseren Ballverlusten zurück ins Spiel kommen lassen. Wenn wir besser auf den Ball aufgepasst hätten, wäre das ein ganz anderes Spiel gewesen", ärgerte sich auch Bambergs Center Trevor Mbakwe über die Niederlage und den verpassten Gruppensieg. "Das war unsere erste Heimniederlage und wir wollen so schnell keine weitere kassieren, deswegen werden wir in Zukunft viel fokussierter an unsere Aufgaben herangehen. Jetzt werden wir in der BBL zurück ins Geschäft einsteigen", verspricht der sprunggewaltige Center. Die Freaks und vor allem auch seinen Trainer würde es freuen.