In der Diskussion über einen barrierefreien Ausbau des Kitzinger Bahnhofs setzt sich der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen jetzt für "kurzfristig praktikable Lösungen" ein. Da der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs nach derzeitigem Stand in frühestens zehn Jahren zu erwarten sei, sollten zwischen Kitzingen und Würzburg sogenannte Zwischentaktzüge verkehren, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Für Rollstuhlfahrer oder Reisende mit Kinderwagen wäre zumindest Richtung Würzburg die Nutzung der Regionalbahnzüge eine praktikable Alternative", wird Kreisverbandssprecherin Eva Trapp zitiert. "Diese sollten barrierefrei vom seitlichen Bahnsteig 9 aus abfahren. Doch leider verkehren diese eigentlich im Fahrplan vorgesehenen Züge bereits seit Jahresanfang nicht und werden derzeit durch Busse ersetzt. Dadurch sind die verbliebenen stündlichen Regionalexpresszüge oft überbesetzt, was es für mobilitätseingeschränkte Reisende zusätzlich schwierig macht."

Die Grünen fordern zum Fahrplanwechsel eine Verbesserung

Die Grünen haben sich nach eigenen Angaben bereits an DB Regio Bayern sowie die Bayerische Eisenbahn-Gesellschaft (BEG) gewandt, die in Bayern für den Zugverkehr verantwortlich ist. Als Grund wurden dort Fahrzeugmangel und Schwierigkeiten bei der Ersatzteilbeschaffung angegeben. Nach Auffassung des Grünen-Kreisverbands ist der andauernde Zugausfall eine Zumutung für die Fahrgäste, die spätestens mit dem Fahrplanwechsel im Dezember behoben werden sollte. Co-Sprecher Julian Glienke erklärt: "Innerhalb eines Jahres sollte es möglich sein, fahrbereite Züge für diese Linie aufzutreiben. So wären zumindest die Regionalbahnen in Richtung Würzburg ohne Benutzung von Treppen erreichbar."

Für Glienke ist die Kitzinger Situation den "politischen Entscheidungen der bayerischen Staatsregierung" geschuldet. "Der barrierefreie Ausbau des Kitzinger Bahnhofs ist mehr als überfällig. Leider reichen die Mittel in Bayern gerade mal für eine Handvoll Bahnhöfe pro Jahr. Dies ist auf die Verkehrspolitik der letzten Jahre auf Landes- und Bundesebene zurückzuführen. Da war kein Straßenbauprojekt zu teuer, für die Modernisierung von Bahnhöfen aber fehlt das Geld."