"Viel Geld geht heute über den Tisch. Aber es ist schön, dass nun bei unserer Kindertageseinrichtung ,Budenzauber' die Arbeiten zügig vorangehen." Dies betonte Bürgermeister Steffen Kropp zur Baumaßnahme in der Marktgemeinde, für die weitere Anschlussaufträge für 434 679 Euro vergeben wurden. Die Kindertagesstätte stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Rentweinsdorfer Marktgemeinderates.

Nach den Kanalarbeiten, der Gründung für die Bohrpfähle, den Fundamenten und der Bodenplatte ist derzeit sichtbar, dass das Bauwerk nach oben wächst. Die Rohbauarbeiten für das Erdgeschoss sind nahezu abgeschlossen. Die Gemeinde hat die Hoffnung, dass die Arbeiten auch zügig weitergehen - wenn das Wetter mitspielt.

Der Bürgermeister richtete ein Lob an das Ingenieurbüro Gick, das sehr kommunikativ mit dem Personal im Kindergarten umgehe und sich bemühe, auch hinsichtlich des Innenausbaus die Planungen gut abzustimmen. Gemeinderat Ludwig Bock nannte es erfreulich, dass die meisten Vergaben unter dem Kostenvoranschlag lägen.

Folgende Gewerke wurden dann vergeben: Abdichtungsarbeiten für den Um- und Anbau an die Firma Weigel & Schrüfer, Bamberg, mit 82 076 Euro; Gerüstbauarbeiten an die Firma Koch, Coburg, mit 13 159 Euro; Klempner- und Zimmermannsarbeiten an die Firma Schrüfer, Bamberg, mit 42 124 Euro; Fensterbau an die Firma Lampert aus Kaltensondheim mit 77 692 Euro; Pfosten-Riegel-Fassade an die Firma "Team Holz Vier" aus Michelau-Neuensee mit 55 872 Euro; Estricharbeiten an die Firma Höllein in Pödeldorf mit 21 322 Euro; Innentüren an die Firma Kram, Burgebrach, mit 110 616 Euro und die Innenputzarbeiten an die Firma Jahn aus Rentweinsdorf mit 26 814 Euro.

Musikschule

Das Thema "Musikschule Ebern" stand ebenfalls auf der Tagesordnung. Die Schulleiterin Kristina Renner informierte über die derzeitige Arbeit in der Corona-Krise. Dabei sprach sie auch Schwierigkeiten bei der Arbeit im Kindergarten an. Dafür laufe es jetzt mit Musiklehrerin Nina Hetzel sehr gut.

Die Musikschule befinde sich, so Renner, seit dem Frühjahr in einer schwierigen Zeit. Seit dem 1. Dezember sei die Schule wieder geschlossen und habe komplett auf Online-Unterricht umgestellt. Diese Umstellung sei schwierig, denn die Klangqualität leide. Online sei aber besser, als Stunden ganz ausfallen zu lassen.

32 Kinder und Jugendliche aus Rentweinsdorf nutzen derzeit die Einrichtung. Trotz Krise habe die Musikschule die Finanzen im Griff und schließe das Haushaltsjahr ohne Defizite ab.

Musiklehrerin Nina Hetzel gab ihrer Freude Ausdruck, dass sie sehr wohlwollend in Rentweinsdorf aufgenommen worden sei. Hier sei ein schöner Kindergarten; mit den Erzieherinnen und in der Schule fühle sie sich sehr wohl, sagte sie.

Jugendarbeit

Die Feuerwehr Rentweinsdorf-Lind hatte bei der Gemeinde einen Antrag auf die Gewährung eines Zuschusses für die geleistete Jugendarbeit gestellt. Das Gremium gewährte entsprechend der Satzung für 19 Jugendliche unter 18 Jahren je zehn Euro und damit insgesamt190 Euro.

Feuerwehrauto

Zu regen Diskussionen führte die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges. In einer nichtöffentlichen Sitzung hatte der Bürgermeister mit dem Gremium die weitere Vorgehensweise schon erörtert.

Hintergrund war die Überlegung, dass das derzeitige Fahrzeug einmal ausfallen und dann der Brandschutz nicht mehr aufrechterhalten werden könnte. Ein neues Fahrzeug käme auf rund 300 000 Euro, aber es würde nicht in das derzeitige Feuerwehrhaus passen. Daher will die Gemeinde mit dem Neukauf warten, bis Rentweinsdorf eine neue Fahrzeughalle hat. Der Bürgermeister meinte, dass die Gemeinde deswegen zum alten Fahrzeug noch ein gebrauchtes kaufen sollte, damit man abgesichert sei und im Ernstfall helfen könne. Das "neue" gebrauchte Fahrzeug, das man kaufen wolle, bedeute keinen Schnellschuss.

Benjamin Jäger verwies auf den Brandschutz als Pflichtaufgabe und dieser müsse gewährleistet sein. Wenn das bisherige Fahrzeug ausfalle, dann müsse man sonst für mehrere Tausend Euro in der Woche ein anderes ausleihen.

Kreisbrandmeister und Zweiter Kommandant Jonas Ludewig hielt das weitere Fahrzeug für wichtig, weil man sich darauf einarbeiten könne. Wenn dies erfolgt sei, könne man das 24 Jahre alte Fahrzeug abstoßen. Gefordert sei aber ein wasserführendes Fahrzeug mit Atemschutz, betonte er.

Volker Zürl warf die Frage auf, ob man nicht auf fünf bis sechs Jahre ein neues Fahrzeug leasen könne. Hier sah Jonas Ludewig Probleme, weil man keinen Zuschuss bekomme und der Stellplatz nicht den Normen entspreche.

Gemeinderat Matthias Kropp vertrat die Meinung, dass es nicht so schlecht um die Feuerwehr bestellt sei. Es brauche einfach eine Übergangslösung. Zwei Autos nebeneinander hält er für falsch. Nach einem halben Jahr müsse das alte Fahrzeug abgestoßen werden, forderte er.

Kurt Weißheimer interessierte, ob führerscheinmäßig in der Wehr alles passe. Jonas Ludewig sagte, dass es aktuell keine Probleme gebe. Aber für die Zukunft müsse sich die Gemeinde Gedanken machen und sich an Führerscheinen beteiligen.

Schließlich wurde der Bürgermeister beauftragt, sich bis zur Summe von 100 000 Euro um ein gebrauchtes Feuerwehrfahrzeug zu bemühen. Das Fahrzeug müsse wasserführend sein.

Zum Abschluss bedankte sich Bürgermeister Steffen Kropp für die harmonische Arbeit im Gremium und mit seinen Bürgermeister-Stellvertretern. Er dankte auch Simone Berger für den Adventsbrief an die Senioren. Auf die Kooperation "können wir auch die nächsten Jahre aufbauen und für unser Dorf arbeiten". Er bat um Verständnis, dass man nicht wie gewöhnlich zum Jahresende eine Ehrung durchführen könne. Dies sei der Corona-Pandemie geschuldet. Man werde sich aber die Zeit für eine ordentliche Verabschiedung der ausgeschiedenen Marktgemeinderäte und Ehrungen im neuen Jahr nehmen, sagte er.