K leine Kinder wollen ihre Mama! Sie sagen es deutlich und weinen nach ihr. In den Naturvölkern sind die Kinder drei Jahre lang eng bei der Mutter. Danach orientieren sie sich nach draußen und wenden sich Gleichaltrigen zu. So hat der Homo sapiens seit 100 000 Jahren überlebt. Es ist also weder aus anthropologischer noch aus moralisch/ethischer Sicht vertretbar, die Mütter und ihre Babys oder Kleinstkinder jeden Tag zu trennen.

Natürlich reagieren Kinder unterschiedlich, manche weinen jeden Tag, wieder andere geben schließlich auf und eine weitere Gruppe scheint das ganz gut zu verkraften. Manche Kinder werden aber immer stiller, und es gibt ja genug einschlägige Untersuchungen darüber, dass gerade sie die schwersten psychischen Schäden davontragen.

Neurowissenschaftler bestätigen, dass die Entwicklung des Gehirns im Schlaf besonders vorangeht. Was bedeutet es also, wenn man Kinder jeden Morgen aus dem Schlaf reißt, obwohl sie noch länger geschlafen hätten? Man unterbricht wichtige Entwicklungsvorgänge. Niemand weiß, welchen Intelligenzverlust unsere Gesellschaft allein durch diesen Vorgang seit Jahren erleidet!

Aus arbeitsrechtlicher Sicht ist es ein verrücktes Paradoxon: Wenn eine Frau ein fremdes Kleinkind betreut, ist sie berufstätig, erwirbt Einkommen und Rentenanspruch. Betreut sie ihr eigenes Kind, dann ist sie "nur zu Hause".

Wem nützt es? Die Trennung von Kleinstkindern und Babys von ihren Müttern war nie Ziel der Emanzipation der Frau. Es ging darum, eine gute Ausbildung für Frauen zu ermöglichen .

Wer profitiert also davon, dass Mütter schnellstmöglich wieder der Wirtschaft als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen? Es sind die Großkonzerne, die Banken und das Finanzministerium. Denen ist die gesunde Entwicklung von Kleinkindern und Babys völlig egal!

Es wird Zeit, endlich eine Rentenzahlung für Mütter in der Kleinkindbetreuung zu finanzieren, die mehr ist als ein Taschengeld. Damit Kinder adäquat altersspezifisch von ihren Müttern betreut werden können.

Agnes Brath

Bad Kissingen