Mit dem Schießgewehr wird der Jäger den räuberischen Fuchs holen, wird in einem der bekanntesten Kinderlieder gedroht. Dies Klischee kennt Johannes Seuberth nur allzu gut. Er ist Jagdpächter in Hallerndorf und Vorsitzender des Jägerstammtisches "Unterer Aischgrund", dem etwa 35 Jäger aus der Umgebung angehören.
"Wir sind bestrebt, die vielfältigen Aufgaben eines Jägers mehr in den Fokus zu rücken. Der Jäger streift nicht nur mit dem Gewehr durch Wälder und Wiesen. Es gehören eine Menge anderer Aufgaben auch dazu", erklärte er den 37 Jungen und Mädchen und den Erzieherinnen des katholischen Kindergartens St. Sebastian bei einem Tagesausflug in seinem Revier.
Hauptaufgabe sei die Hege, veranschaulichte Seuberth den kleinen Naturforschern. So müssten Kitze vor der Wiesenmahd gesucht werden, auch kümmere er sich bei Wildunfällen um die verletzten Tiere. Die Kinder schauten sich eine Jagdkanzel an, lernten etwas über die Wildfütterung in Notzeiten und durchkämmten den Kreuzbergwald.
Auch Pfarrer Matthias Steffel stieß dazu. Er fand die Idee des örtlichen Jagdpächters, mit den Kindern einen Tag in der Natur zu verbringen, sehr gut. Zum Abschluss eines informationsreichen Tages wanderten die Kinder noch vom Kreuzberg zum nahegelegenen "Roppelts-Keller". Der Eigentümer, Franz Roppelt ist selbst Jäger und hat das hiesige Jagdrevier gepachtet. "Wir leben hier im Einklang mit der Natur, es ist wichtig, das zu vermitteln", unterstützte er die Aktion des Jägerstammtisches.
Unter schattigen Buchen hatten Markus Edelmann und Nikolai Seuberth das Wildmobil des BJV-Kreisverbands aufgebaut. Die lebensechten Tierpräparate stießen natürlich auf großes Interesse. Mathias Erlwein