Nach der angekündigten Schließung der Standorte Essen, Lichtenau und Neunkirchen (Saarland) wehren sich Kennametal-Beschäftigte gegen die Politik des US-Konzerns. Die Industriegewerkschaft (IG) Metall demonstriert anlässlich einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Mittwoch, 28. August, 13 Uhr, vor der Kennametal-Deutschlandzentrale in Fürth. Aus dem Werk Ebermannstadt haben sich die Beschäftigten solidarisch erklärt und werden laut Gewerkschaftsangaben mit einem Bus in Fürth teilnehmen. Aus allen Werken werden demnach mehrere Hundert Teilnehmer erwartet.

Höhere Rendite

Nach einem Rekord-Ergebnis von 18 Prozent (Ebit) 2018 hat Kennametal mit Sitz in Pittsburgh einen umfangreichen Personalabbau von 20 Prozent der 2900 Stellen in Deutschland angekündigt. Der Werkzeugproduzent begründet den Schritt mit dem Ziel, noch höhere Renditen erwirtschaften zu wollen.

Der Kennametal-Konzern unterhält in Deutschland Standorte in Ebermannstadt, Essen, Fürth, Königsee (Thüringen), Lichtenau, Mistelgau, Nabburg (Bayern), Neunkirchen (Saarland), Schongau und Vohenstrauß.

Der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Johann Horn verurteilt das Verhalten des US-Unternehmens: "Diesem Raubtierkapitalismus setzen wir unseren Widerstand entgegen. Die Beschäftigten erarbeiten die enormen Profite bei Kennametal. Statt für ideenlose Shareholder-Befriedigung bluten zu müssen, verdienen sie Wertschätzung und Zukunftskonzepte."

Kritik von Gebhardt

"Wie Kennametal mit den Menschen und seinen Werken umgeht, ist charakter- und würdelos", meint Matthias Gebhardt, der Bevollmächtigte der IG Metall Bamberg, zugleich Aufsichtsratsmitglied der Kennametal-Holding, "unterm Strich werden satte Gewinne gemacht und in Übersee freut man sich über dicke Renditen. Und um das weiter hochzuhalten und noch mehr rauszuholen, sollen Menschen ihre Arbeit und Existenz verlieren. Deshalb ist Widerstand die einzig richtige Antwort." red