Geprägt vom Sachstand der anstehenden Projekte Rathaussanierung, Mobilfunkmast in Modschiedel , Kanalbau und Dorferneuerungen zog die Stadtratssitzung relativ viele Besucher ins Kolpingshaus. Und hier konnte Bürgermeister Michael Zapf einige interessante Informationen bekanntgeben, die noch sehr relevant sein werden.

Beim Thema Kanalsanierungen und dem damit verbundenen Zuschussprogramm RZWas (Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben) hat sich ein wichtiger neues Aspekt ergeben.

Nach einem Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt Kronach wurde ersichtlich, dass die Höhe der Zuschüsse nicht ganz so ist wie bisher angenommen wurde. Die Förderung von Projekten werde bis 2021 80 Prozent betragen. So können bei den Sanierungen des Hutzelbrunnens diese Prozente als Zuschüsse erwartet werden. Auch wasserwirtschaftliche Vorhaben in Modschiedel würden nach dem jetzigen Stand darunterfallen.

Ab dem Jahr 2022 bis 2026 seien bei diesem Förderprogramm nur noch 70 Prozent möglich. Dies bedeute, dass schnellstmöglich mit den Arbeiten in Weismain begonnen werden müsse.

So soll bei Abschnitten bei sehr bedürftigen Kanälen wie in der Straße zur Rudhartsklause bis zum Januar mit den Sanierungsarbeiten angefangen werden. Wichtig sei jedoch auch, dass die Bürger mit ins Boot genommen werden. Es ließe sich schon jetzt sagen, dass es wie im Hutzelbrunnen auch zu Einschnitten und Behinderungen kommen werde, sagte Zapf. Bei den Tätigkeiten wisse man nicht immer am Beginn, was alles gemacht werden müsse. Es habe sich gezeigt, dass das Weismainer Kanalsystem in seiner jetzigen Form einer Wundertüte gleiche.

Die Zeit drängt

Es werde auch so sein, dass die Sanierung bei Kanalabschnitten, deren Haltbarkeit noch etwas länger befristet ist, nach hinten geschoben wird. Insgesamt sei es nun wichtig, keine Zeit verstreichen zu lassen. Die Aussage "Zeit ist Geld" wäre dabei noch nie treffender gewesen.

Michael Dreiseitel (SPD) fragte nach, ob hier ein Nachtragshaushalt aufgestellt werden müsse. Dies konnte Bürgermeister Michael Zapf verneinen. Johannes Ruß (CSU) fragte nach den zu erwartenden Kosten für die Bevölkerung. Tobias Pregler (SPD) bat, dies so transparent wie möglich zu halten. Solange keine belastbaren Zahlen der Kosten auf den Tisch liegen, werde dies nicht möglich sein. Alles andere sei rein spekulativ, antwortete Zapf.

Das bereits öfters angesprochene Vergabeverfahren für die Sanierung des Rathauses hat begonnen. Im Rahmen einer ersten Zusammenkunft in Weismain wird auch die bereits erwähnte offizielle Preisverteilung an die Erstplatzierten des Architektenwettbewerbs durchgeführt. Hier wurden durch das Architekturbüro Frese, welches das Verfahren betreut, bereits die drei Erstplatzierten angeschrieben. Das Verfahren selbst sei doch etwas undurchsichtig, da viele Einflüsse berücksichtigt werden müssen. Nach fortlaufenden Gesprächen und Aussagen des Architekturbüros sei aufgrund zeitlicher Auflagen bei dem Vergabeverfahren mit dem Bau- bzw. Sanierungsbeginn nicht vor Juni oder Juli 2021 zu rechnen.

Neue Optionen für Mobilfunkmast

Bei dem Thema Mobilfunkmast Modschiedel haben sich auch von Standort her andere Möglichkeiten aufgetan, die jedoch noch nicht spruchreif sind. Es habe sich gezeigt, dass dieses Thema wesentlicher komplexer ist und mehr im Boot sitzen als nur die Stadt Weismain, der möglichen Standortbesitzer und der Anbieter Telekom. Grundsätzlich sei es so, dass es für einen möglichen Dialog nie zu spät sei. Aber ein ständiges Hin und Her bringe uns nicht weiter, so Bürgermeister Michael Zapf. Es werden die Anwohner nochmals gehört werden, und mit dem zuständigen Bereichsleiter der Telekom, Michael Eckardt, werden am morgigen Dienstag Ortstermine in und um Weismain stattfinden, um Lösungen und alternative Standort zu finden. Es wird zunächst keine endgültige Entscheidung fallen und der Betreiber müsse auch die Strahlungsintensität neutral bewerten lassen, wenn es so weit ist, antwortete Zapf auf die Fragen von Ursula Gommelt (Die Grünen).

Michael Bienlein (CSU) machte nochmals auf die Notwendigkeit von Verbesserungen beim Mobilfunk in ganz Weismain aufmerksam. Touristen, Rettungsdienst, Mitarbeiter im Forstbetrieb sowie Gastronomie- und Wirtschaftsbetriebe auf dem Jura seien davon abhängig. Michael Dreiseitel dankte dem Bürgermeister, dass es nun einen anderen Standort geben werde. Endgültig sei noch gar nichts und es werde weiter viel Arbeit bis zu einem Abschluss nötig sein, entgegnete Bürgermeister Michael Zapf.

Bei den Dorferneuerungen Modschiedel, Seubersdorf und zum Teil Kleinziegenfeld hat sich wieder einiges getan, gab Bürgermeister Zapf bekannt. So liegt die wasserrechtliche Erlaubnis für Modschiedel, welche ein zentraler Punkt in der dortigen Dorferneuerung darstellt, vor. Man stehe wie in Seubersdorf auch in ständigem Kontakt mit den Anwohnern. In Kleinziegenfeld werde es demnächst eine Ortsbegehung mit Landrat Christian Meissner geben. Von den Planungen her tue sich einiges. Das ISEK-Verfahren in Weismain geht weiter. Informationen wie die Nutzung von Leerständen in Weismain werden demnächst von der Stadt veröffentlicht.

Nötig geworden war der Erlass einer neuen Hundesteuersatzung. Als wesentlichen Grund gab Bürgermeister Michael Zapf bekannt, dass es leider immer wieder dazu gekommen sei, dass Hunde im Stadtgebiet nicht artgerecht gehalten wurden. Erhöht wurden dabei auch die einzelnen Steuersätze. Der von der Verwaltung ausgearbeitete Antrag wurde einstimmig befürwortet.

Von der Tagesordnung genommen wurde der Antrag auf Nutzungsänderung eines Friseursalons zu einem Fleischwarenverkauf, da der Antragsteller diesen nicht weiterverfolgt. Dazu führte Bürgermeister Michael Zapf aus, dass es in zentraler Lage in der Innenstadt (Parkplätze, Barrierefrei) die Möglichkeit gebe, einen Verkaufsladen von Fleisch und Wurstwaren zu eröffnen.

"Die Corona-Pandemie hat uns weiter fest im Griff", stellte der Bürgermeister weiter fest. Aufgrund der aktuellen Situation wurden städtische Veranstaltungen und Märkte abgesagt. Die Absage umfasst die Monatsmärkte, den Martini-Markt, den Scheunenmarkt, den Thomas-Markt, das Adventseinläuten und die Krippenausstellung.