Seit knapp 30 Jahren demonstriert das Jugendorchester Bamberg, dass klassische Musik durchaus auch etwas für die jüngeren Semester ist. Davon konnten sich am Samstagabend auch die vielen Zuhörer in der Marienkirche in Königsberg überzeugen. Das von der städtischen Musikschule Bamberg getragene Sinfonieorchester gab sein Debüt bei der kirchenmusikalischen Reihe "Klang-Kontakte" in Königsberg.
Hatte Pfarrer Peter Hohlweg wegen des schleppenden Vorverkaufs zu diesem Konzert noch vor wenigen Tagen große Bedenken, dass das Jugendorchester vor teilweise unbesetzten Kirchenbänken spielen müsste, so war er sehr erfreut, als das Gotteshaus dann doch fast bis auf den letzten Platz besetzt war.
Es war eine Premiere der besonderen Art, sowohl für die jugendlichen Musiker, die noch nie in einer Kirche konzertiert hatten, als auch für das Kirchengebäude selbst, das seinerseits noch nie reine symphonische Musik zu hören bekommen hatte. Doch die Marienkirche bestand diese Probe ausgezeichnet, denn in ihrer Akustik konnte sich die Klangfülle ausgezeichnet entfalten. Die Zuhörer konnten die Wucht und spirituelle Kraft erleben, die ein so großes Orchester mit dieser Musik in einem Kirchenraum entfalten kann.


Unvollendet, aber vollendet schön

Von Mozarts Violinkonzert Nr. 4 bis Sibelius Karelia-Ouvertüre op. 10 reichte das Programm, wobei die 7. Symphonie Schuberts, die sogenannte "Unvollendete", das Herzstück bildete. Zudem war von Edvard Grieg die "Lyrische Suite op. 54" zu hören. Hervorragend einfühlsame und ausdrucksstark spielende Solistin im Violinkonzert von Mozart war Veronika Böhm, Konzertmeisterin des Jugendorchesters und Jungstudentin an der Hochschule für Musik in Würzburg, die das Jugendorchester im Sommer verlassen und Violine studieren wird.
Unter ihrem Dirigenten und Musikschulleiter Martin Erzfeld boten die derzeit rund 50 Musiker im Alter zwischen 13 und 18 Jahren anspruchsvolle und dramatische Symphonik, wofür es frenetischen Applaus gab.
Das Konzert war Auftakt der diesjährigen Konzerte in der Reihe "Klang-Kontakte" . Im Internet gibt es unter der Adresse www.klang-kontakte.de weitere Informationen dazu.