"Jüdisches Leben in der Fränkischen Schweiz" ist der Band 11c der Schriftenreihe "Die Fränkische Schweiz - Landschaft und Kultur" des Fränkische-Schweiz-Vereins (FSV) überschrieben. Das Buch umfasst 858 Seiten mit 118 Abbildungen. Es ist neuerdings in der Geschäftsstelle des FSV in Streitberg erhältlich.

Periode des Schweigens

"Die Erforschung der reichen jüdischen Geschichte in der Fränkischen Schweiz erlebte am Ende der 70er und zu Beginn der 80er Jahre nach einer langen Periode des Schweigens einen überraschenden Aufschwung. Gerade das Auffinden umfangreicher neuer Quellen in diversen kirchlichen, staatlichen und privaten Archiven erlaubte es, die Forschungen immer intensiver und detailgerechter werden zu lassen", erläutern Gerhard Philipp Wolf und Walter Tausendpfund, eine der beiden Autoren des Buches, in ihrem Vorwort.

Weiter: "Hervorzuheben ist die erheblich gewachsene Gesprächsbereitschaft zwischen Juden und Christen beider Konfessionen in Franken selbst. Gerade Vertreter der beiden Kirchen erkannten schmerzliche Versäumnisse in der Vergangenheit und öffneten sich der Geschichte des Judentums, um mit gediegener Kompetenz am Dialog zwischen den beiden Religionen teilnehmen zu können."

Im zweiten Teil des Bandes werden die wichtigsten Orte der Fränkischen Schweiz vorgestellt, in denen einst größere jüdische Gemeinden bestanden. Am bekanntesten ist wohl Tüchersfeld mit dem Judenhof, heute Sitz des Fränkische-Schweiz-Museums. Das imposante Häuserensemble über dem Püttlachtal zwischen den säulenartigen Dolomitfelsen gehört zu den meistbeachteten Schönheiten der Fränkischen Schweiz. Im Volksmund heißt diese in unregelmäßigem Rund angelegte Gruppe von kleineren und größeren Gebäudeteilen schlichtweg der "Judenhof".

Das Buch kostet 21,50 Euro. Mitglieder des FSV zahlen die Hälfte. hl