von unserer Mitarbeiterin 
Mona Lisa Eigenfeld

Höchstadt — Frischen Wind in die städtische Politlandschaft möchte ab sofort wieder die Höchstadter Junge Union (JU) bringen. Nach einigen Jahren im "Winterschlaf" erwacht die Jugendorganisation der CSU aktuell zu neuem Leben. Zwölf junge Leute im Alter zwischen 19 und 32 Jahren trafen sich am Freitagabend im ASV-Heim, um die offizielle Gründung perfekt zu machen.
Warum es einst überhaupt zur Auflösung gekommen war, weiß CSU-Ortsvorsitzender Alexander Schulz. "Um die Jahrtausendwende ist die Arbeit in der JU Höchstadt nach und nach eingeschlafen", erinnert er sich und begründet diese Entwicklung damit, dass viele der damaligen Mitglieder einfach "herausgewachsen" seien. Wer die Altersgrenze von 35 Jahren einmal überschritten hat, kann schließlich nicht mehr JU-Mitglied sein. "Das war schade, weil die JU hier in der Stadt bereits eine lange Tradition hatte", erklärt Schulz, der selbst fünf Jahre lang als Vorsitzender tätig war.
Viele CSU-Mandatsträger der Stadt hätten in den vergangenen Jahren versucht, die Jugendarbeit wieder in Gang zu bringen. Richtig Früchte trugen diese Bemühungen jedoch erst im vergangenen Jahr, als zahlreiche junge Höchstadter auf der CSU-Liste für den Stadtrat kandidierten.
Mit dem 24-jährigen Bernd Herberger stellt die Fraktion derzeit sogar den jüngsten Stadtrat. Er war auch Mitinitiator der JU-Neugründung. "Wenn man will, dass sich ein Ortsverband gesund entwickelt, muss man auf Nachwuchs setzen. Von ihm hängt die Zukunft unserer Politik ab", weiß der Student aus Etzelskirchen.
Für die kommenden Wochen und Monate hat die Höchstadter JU bereits konkrete Pläne: Klausurtagungen, Bildungsreisen und Veranstaltungen mit hochrangigen Politikern möchte man unter anderem auf die Beine stellen. Zudem will man bei verschiedenen Veranstaltungen, wie dem Kinderfasching in der Aischtalhalle oder dem Altstadtfest, nun offiziell präsent sein und an möglichst vielen Fraktionssitzungen der städtischen CSU teilnehmen.

Im Kreis vernetzen

"Besonders wichtig ist auch, dass wir uns auf Kreisebene vernetzen", betont Dominik Geyer aus Bösenbechhofen. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Carsten Hellinger, sowie mit Johannes Lorz als Kassier und Schriftführerin Dorothea-Doris Russ wird er von nun an die Geschicke der JU leiten. Sie sehen sich als "Sprachrohr für Jugendliche und junge Erwachsene".
Während Hellinger und Geyer momentan ein Studium absolvieren, befindet sich Lorz in einer Ausbildung zum Industriekaufmann.
Dass es früher oder später zu Reibungspunkten mit der etwas älteren CSU-Generation kommen könnte, will keiner von ihnen ausschließen. "Die Verbindung von Jung und Alt war aber schon immer eine Stärke unserer Fraktion", sagt Alexander Schulz, warnt gleichzeitig aber davor, die Belange der Nachwuchspolitiker nicht ernst zu nehmen: "Dadurch würden wir eine wichtige Basis verlieren".
Auch Michael Schwägerl, CSU-Fraktionssprecher im Höchstadter Stadtrat, wertet die Neugründung als "positives Signal für die Kommunalpolitik" und hat bereits alle Mitglieder zur nächsten Fraktionssitzung eingeladen.
Ob die Wachphase der JU Höchstadt diesmal wirklich von Dauer ist, wird sich aber erst im täglichen politischen Geschäft herausstellen.