Emotional wurde es am Ende der jüngsten Gemeinderatssitzung, als sich Michael Heisinger (Rangen) zu Wort meldete. Er kritisierte die "maßlos überzogene" Berichterstattung über den landwirtschaftlichen Verkehr zwischen Ködnitz und Listenberg (BR vom 10. Juli: "Trubel um Traktoren"): "Das ist Stimmungsmache gegen die Bauern."

Vor einem halben Jahr hätten sich die Mitglieder des Bauausschusses ein Bild von der Situation gemacht, so Heisinger. Bei dem Termin sei ein Anwohner regelrecht explodiert. "Wir konnten nicht mit ihm reden, es war keine vernünftige Diskussion möglich."

Die Platte, die in den jüngsten Berichten erwähnt werde, sei keineswegs durch den landwirtschaftlichen Verkehr beschädigt worden, sondern sei schon seit mehreren Jahren kaputt. Und der Schaden an der Leitplanke sei auch schon vor längerem entstanden.

Der Gemeinderat verurteilte auch, dass Fahrer von Lohnunternehmen mit ständigen Provokationen "förmlich auf die Palme" gebracht werden. "Das ist einfach unverhältnismäßig, wenn die Fahrer aufgehalten werden. Das kostet dann 500 Euro die Stunde."

Der Lohnunternehmer habe die Anlieger sogar angerufen und ihnen zu verstehen gegeben, dass bereits ein neues Fahrzeug bestellt sei, um die Situation zu entschärfen. "Er ruft extra an und als Dank blockieren die Anlieger die Straße und machen richtig Ramba-zamba." Heisinger wies auch den Vorwurf zurück, dass bis tief in die Nacht gefahren werde: "Die Lohnunternehmen fahren maximal bis 22 Uhr, dann ist da Schluss."

Willi Kolb (SPD) forderte einen unabhängigen Gutachter, der feststellen soll, ob die Straße überhaupt für den landwirtschaftlichen Verkehr geeignet ist. Die Straßen würden systematisch kaputt gemacht, und alle Bürger müssten die Zeche zahlen. "Bis jetzt ist noch kein einziger Schaden von Traktoren entstanden", entgegnete Heisinger. Melanie Schieber (CSU) meinte, dass die Maschinen zwar ständig größer werden, nicht aber die Straßen. Als Gemeinderat müsse man beide Parteien vertreten. Reinhard Kortschack (FW) bat, die Kirche im Dorf zu lassen: "Wir haben eine Straßenverkehrsordnung und dort ist alles klar geregelt. Die Straße hat auch eine Erschließungsfunktion."

Nun soll der Vorschlag von Klaus Wollnik (CSU) aufgegriffen werden, die Betroffenen, also Gemeinde, Lohnunternehmer und Anlieger, an einen Tisch zu bringen und nach einer Lösung für alle zu suchen. Rei