In der Gemeinderatssitzung im August vergangenen Jahres hatte Cornelia Wehner (SPD) bemängelt, dass entlang der Kulmbacher Straße (damals Bundesstraße 289) halb auf dem Gehsteig geparkt wird. Im Prinzip könne sie zwar verstehen, wenn Autobesitzer wegen des starken Durchgangsverkehrs auf dieser Bundesstraße fürchten, dass ihre Außenspiegel abgefahren werden. Allerdings müsse auf dem Gehsteig trotzdem noch genügend Platz für Kinderwagen und dergleichen bleiben.

Der Gemeinderat zeigte sich deshalb auch milde gestimmt und war sich einig, es bei einem diesbezüglichen Appell an die betreffenden Parker zu belassen, denn, wie es Rüdiger Hohlweg (CSU) formulierte: "Sobald die Umgehung offen ist, ändert sich sowieso vieles auf den Straßen im Ort."

Warum nicht auf der Straße?

Inzwischen ist die Umgehung freigegeben. Es herrscht kein Durchgangsverkehr mehr wie zuvor auf der Kulmbacher Straße. Nur noch die Bewohner der Anwesen auf dem Eichberg fahren durch. Nach der Auffahrt zum Eichberg ist sie noch so lange total gesperrt, bis die zweite Abfahrt von der Umgehung ins Dorf gebaut ist. Aber auch dann wird kein starker Verkehr mehr erwartet.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung, also ein Dreivierteljahr später, hatte Cornelia Wehner noch einmal bemängelt, dass entlang der Kulmbacher Straße der Gehsteig nach wie vor blockiert ist, weil ihn Autos halb zuparken. Der Gemeinderat zeigte nun aber kein Verständnis für die Sorge "diverser" Autobesitzer, dass ihr Pkw bei starkem Durchgangsverkehr Schaden nehmen könnte.

Man habe jahrelang für die Umgehungsstraße gekämpft, eben damit es keinen starken Durchgangsverkehr mehr geben soll.

Die Autos könnten jetzt also mit allen vier Rädern unbeschadet auf der Fahrbahn stehen - und der Gehsteig bliebe frei. Worte wie "rücksichtslos" machten die Runde im Gemeinderat.

Sitzungsleiter Zweiter Bürgermeister Hans-Peter Röhrlein merkte unter anderem an: "Ein Auto ist ein Verkehrsmittel mit dem Zweck der Fortbewegung. Wenn man es auf einem öffentlichen Grund abstellt, dann muss man halt auch damit rechnen, dass es einen Kratzer bekommen kann. Es geht aber nicht, dass damit andere behindert werden."

Ansprache fruchtet nicht

Trotzdem kam der Gemeinderat überein, ausnahmsweise noch einmal mild gestimmt zu bleiben und keine Anzeige zu erstatten.

Deshalb beauftragte er die Verwaltung, die betreffenden Parker nochmals anzusprechen und offiziell anzuschreiben und sie aufzufordern, künftig nicht mehr auf dem Gehsteig zu parken - auch nicht halb.

Bisher hat sich allerdings nichts geändert, so dass dem Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung nur noch die Möglichkeit bleibt, die Polizei einzuschalten. Dann drohen den Falschparkern Knöllchen.