Es wird eindeutig zu schnell gefahren. Dies zeigte in aller Deutlichkeit das Ergebnis einer Geschwindigkeitsmessung Mitte August diesen Jahres über 24 Stunden hinweg. Vorgetragen wurden diese Ergebnisse im Gemeinderat durch den Seniorberater der Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherheit, Martin Bischof. Anlass für diese Untersuchung waren Klagen aus der Bevölkerung an die Verwaltung, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht beachtet und zum Teil viel zu schnell gefahren werde.

Diese verdeckten Messungen wurden in neun verschiedenen Bereichen in Oberhaid, Unterhaid und Staffelbach durchgeführt. So wurden aus Richtung Dörfleins 2844 Fahrzeuge gemessen, von denen 380 zu schnell, also wenigstens 59 km/h fuhren. In umgekehrter Richtung, also in Richtung Dörfleins, war von 2887 Autos 455 schneller unterwegs, als die Polizei erlaubt. Dabei schafften die "Raser" zwischen 79 km/h und stolzen 104 km/h, also bis zu 54 Stundenkilometer mehr als zulässig. Rund 15 Prozent der Autofahrer waren demnach zu schnell unterwegs, im Ernstfall wäre bei vielen ein Bußgeldbescheid und ab 84 km/h sogar der Führerschein einen Monat weg.

Noch schneller ging es Richtung Appendorf, wo 26,6 Prozent der Autofahrer deutlich zu schnell waren, vielleicht, so der Referent, um ausreichenden Schwung für die "Bergbezwingung" Richtung Appendorf zu holen. Noch schwieriger gestaltet sich die Situation in den 30er Bereich der Gemeinde. So wurden in der Weinstraße 70 Prozent der Autofahrer im ahndungsfähigen Bereich gemessen, davon zwölf Prozent im Bußgeldbereich, der dafür Punkte und Führerscheinentzug vorsieht.

Wohl mehr Makulatur sind die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Tempo 10 in der Schul- und Mittelstraße: Kein Autofahrer hielt sich daran, 22 Prozent fuhren bis 22 km/h, 34 Prozent wären mit Verwarnungsgeldern und 44 Prozent mit einem Bußgeldbescheid dabei und das Ganze noch nach der alten Bußgeldverordnung, nachdem die neue nach diversen Einsprüchen noch nicht rechtskräftig ist.

Erschreckend fand Claus Reinhardt (SPD), der Unterstützung beim gesamten Gemeinderat fand, diese Zahlen: Dies müsse angeprangert und sanktioniert werden. Auch Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD) befand, dass der Zustand unhaltbar sei, zumal die entsprechende Beschilderung offensichtlich wenig Beachtung finde.

Anklang fand die Idee, die Aufgabe der Geschwindigkeitsmessung im Rahmen einer Zweckvereinbarung an dem Markt Zapfendorf zu übertragen, da die Gemeinde Oberhaid aufgrund fehlender personeller und technischer Ressourcen keine Möglichkeit habe, um Geschwindigkeitsverstöße selbst zu verfolgen.

Eine Möglichkeit wäre, zunächst neun Messstunden für ein halbes Jahr mit entsprechender Kostenbeteiligung zu buchen, denn, so Martin Bischof, die Erfahrungen zeigten, dass in überwachten Gemeinden durchweg langsamer gefahren würde. Über die Verwirklichung werden Rat und Verwaltung in Kürze eine Entscheidung treffen.

Restaurator fand zufällig Bildnis

Einen großen Sanierungsbedarf hat die Große Turnhalle in Oberhaid, die aus den 70-er Jahren stammt. Architekt Peter Schneider berichtete von einem "unterirdischen" Dämmungszustand, fehlendem zweiten Rettungsweg und Barrierefreiheit, maroden Sanitäranlagen und einer dringend erforderlichen Erneuerung des Leitungsnetzes. Wirtschaftlich wäre wohl nur ein Neubau der Halle. Ein Rettungsanker könnte ein Investitionspaket zur Förderung von Sportstätten in Höhe von 25 Millionen durch die Staatsregierung sein. Möglich sei ein Neubau an anderer Stelle, zum Beispiel auf dem Gelände des Bauhofes, der verlagert wird. Obwohl die Chance, im Fördertopf, der bis zu 90 Prozent Zuschuss verheißt, bei der bayernweiten Ausschreibung berücksichtigt zu werden, sah dies Joneitis als einen Versuch wert.

Überraschungen hält auch immer wieder die Alte Mühle bereit, die derzeit aufwändig restauriert wird. So entdeckte er Architekt und Restaurator Harald Spitzner im Dachgiebel ein Bildnis eines betenden Jesus. Dieses Bild im einzigartigen Ensemble der Alten Mühle gelte es zu bewahren. Für 8000 Euro soll es saniert und befestigt werden und ein Blickfang für zukünftige Besuchergenerationen sein.

Nachdem die Hundesteuer letztmals vor fünf Jahren erhöht wurde, entschloss sich die Verwaltung, eine moderate Erhöhung vorzuschlagen. Für den ersten Hund werden statt 36 Euro nun 45 Euro fällig, für den zweiten 65 Euro und für den dritten Hund 75 Euro. Damit liege man, so Joneitis, im Mittelfeld der vergleichbaren Nachbargemeinden.

Mit der Zeit geht die Gemeinde auch in Sachen Glasfaseranschluss. So wird im Rathaus ein solcher Anschluss gelegt. Die Kosten betragen 40 000 Euro, für die Gemeinde verbleibt ein Eigenanteil von 25 000 Euro.