Die Blätter färben sich. Es ist Erntezeit. "Wir beginnen mit der Ernte Anfang August, und zwar mit der Apfelsorte Piros und den Kornäpfeln", erzählt Andrea Schmitt von der Obstwiese Schmitt in Oberehrenbach. Allerdings rechnet sie heuer mit Einbußen von 50 Prozent - wegen der späten Fröste im Frühjahr. Die Ernte geht dann bis Mitte Oktober, in manchen Jahren sogar bis in den November hinein.
Die Familie Schmitt baut 18 verschiedene Apfelsorten an, zum Beispiel die Apfelsorte Santana. "Viele Allergiker müssen ja gezwungenermaßen auf den Verzehr von vielen Obstsorten verzichten. Für die ist der Santana gedacht", erklärt Andrea Schmitt. Dieser Apfel enthält eine hohe Konzentration an Polyphenolen, denen auch eine antioxidative Wirkung und eine Verbesserung der Blutfettwerte nachgesagt werden.
Familie Schmitt stellt aus ihren Äpfeln unter anderem Brände oder Liköre her. Eine Besonderheit hier: der rotfleischige Baya Marisa. "Das ist ein reiner Verarbeitungsapfel. Er zu sauer zum Essen. Aber in Schnaps eingelegt ergibt er einen leckeren Likör mit einer leicht rosafarbenen Note", erzählt Andrea Schmitt begeistert.
Zum Backen eigne sich gut der Topas, der Pilot begeistere durch sein Aroma und die Möglichkeit, ihn lange zu lagern, Pinova und Gala seien wegen ihrer Süße bei Kindern beliebt und Discovery sei in seinem Geschmack einzigartig. "Der eignet sich auch als Apfel-Carpaccio für eine außergewöhnliche Vorspeise", wirft Carola Kubik ein. Sie ist die Kräuterfee aus Leutenbach. Für die betreffende Vorspeise werde der Apfel hauchdünn geschnitten, auf einem Teller angerichtet, mit etwas Zitronensaft oder Obstessig und gutem Öl beträufelt. "Da kann man dann ein Ringelblumen-Pesto darüber geben", erklärt Carola Kubik.
Dieses kann man zum Beispiel aus Ringelblütenblättern, Knoblauch, Cashewkernen, Olivenöl, Parmesan, Salz, Pfeffer und Zucker herstellen. Carola Kubik macht Kräuterwanderungen und hat ein Buch mit Rezepten veröffentlicht. "Ich experimentiere gern", erzählt die Kräuterfee, die ihr Wissen von Oma und Mutter hat. Aus Äpfeln stellt sie Salz und Senf her. "Das schmeckt besonders erfrischend und ist auch für die deftige Küche geeignet", erklärt Carola Kubik.


Mit Schokolade überzogen

Wer es lieber süß mag, ist bei Johanna Düngfelder in Serlbach an der richtigen Stelle, denn sie stellt Apfelpralinen her. "Ich verwende für die Füllung der Pralinen Apfellikör, Apfelschnaps, -saft oder -secco", erzählt Johanna Düngfelder.
Der flüssige Apfel wird mit Sahne und Kuvertüre gekocht und in eine Kugel gefüllt. Diese wird mit Schokolade überzogen und dekoriert. Johanna Düngfelder bietet ihre Pralinen auch auf ihrer Facebook-Seite an. Sepp Kraus dagegen verkauft ab Ende September frische Lebkuchen in seiner Bäckerei in Hetzles. Die Besonderheit hier: Whiskey- und Apfel-Lebkuchen. "Dazu lege ich die Früchte entweder in Whiskey oder Apfelschnaps ein. Natürlich sollen die Lebkuchen nach wie vor nach Lebkuchen schmecken. Aber diese beiden Sorten haben dann noch einen besonderen Geschmack", erklärt der Bäckermeister.
Gut zu Lebkuchen passt Glühwein. Kerstin und Johann Schilling aus Streitberg stellen aus der rotfleischigen Apfelsorte Weirouge Apfelglühwein und Apfelsecco her. "Mein Mann ist Obstbaumfachberater und interessiert sich immer für Neues", erzählt Kerstin Schilling. So entstanden diese Spezialitäten. Weiter erzählt sie: "Den Apfelglühwein schenken wir an der Streitberger Kerwa, am Apfelfest der Obstwiese Schmitt und in den ersten beiden Wochen des Bambergern Weihnachtsmarktes aus."
Beim Apfelfest wird es auch noch eine Apfelbratwurst geben. "Da haben wir mal eine in der Rhön gegessen. Die hat uns geschmeckt und ich dachte mir, das wäre doch auch was für Franken", erzählt Andrea Schmitt lachend. Mit der Idee ging sie zu einem befreundeten Metzger, der die Bratwurst herstellte. Einige Personen durften auch schon Testessen - und waren begeistert. Man kann einen Apfel aber einfach auch pur genießen.