Es ist nasskalt draußen, richtig ungemütlich. Der Wind pfeift Spaziergängern, die sich trotzdem vor die Tür wagen, empfindlich um die Ohren. Doch für die Natur- und Erlebnispädagogin und Reiki-Expertin Sabine Förtsch-Hartmann aus Veitlahm gibt es kein Halten. Mit wasserdichten Schuhen, dickem Anorak, Mütze und Schal macht sie sich auf zu einer Führung der besonderen Art. Auf den Rücken geschnallt hat sie einen Rucksack mit vielen geheimnisvollen Utensilien.

"Wir halten jetzt einmal inne. Ich lade zu einer achtsamen Reise in die Natur ein", sagt sie verheißungsvoll und schlägt zwei Zimbel aneinander. Zauber-Zimbeln nennt Sabine Förtsch-Hartmann diese kleinen, hell klingenden Instrumente. Bei Aktivitäten mit Schulklassen oder größeren Gruppen in normalen Zeiten würde sie damit für Ruhe und Aufmerksamkeit sorgen. In Corona-Zeiten, in denen nur Einzel-Unternehmungen möglich sind, rufen die Zimbel zum Start in eine wundersame, geradezu märchenhafte Reise auf.

Sich selbst etwas gönnen

"Es gibt viele Menschen, die sich einsam fühlen in dieser nicht so leichten Zeit. Vielleicht wäre solch eine achtsame Reise eine Möglichkeit, sich selbst etwas zu gönnen", sagt die Pädagogin. Zu ihren Kunden gehören Manager ebenso wie Menschen in Krisen. Sie führt Personen, die glücklich sind und einfach nur eine Abwechslung suchen, aber auch einsame, traurige und erfolgsverwöhnte, die gerade vor einer Entscheidung stehen. Naturgeburtstage und Meditationen runden das Angebot ab.

Sabine Förtsch-Hartmann stapft über Felder. An einer Bank zündet sie ein Licht der Hoffnung an, reicht Kekse und heißen Tee und rezitiert Indianerweisheiten. "Als die Erde mit all ihren Lebewesen erschaffen wurde, war es nicht die Absicht des Schöpfers, dass nur Menschen auf ihr leben sollten", sagt sie. Die Veitlahmerin möchte bei all ihren Begleitungen das Augenmerk auf die Schönheiten der Natur lenken: "Ich möchte die Menschen begeistern, sie dazu bewegen, ihre Komfortzone zu verlassen und den Kopf frei zu bekommen."

Während des Lockdowns können keine Gruppenaktivitäten durchgeführt werden. Förtsch-Hartmann möchte dennoch all jenen, die jetzt trübsinnig oder depressiv werden, neue Hoffnung schenken. Ein bisschen Lebensmut - nicht mehr oder weniger. Jammern ist nicht ihr Thema.

Als wichtiges Element bei den Wanderungen der besonderen Art sind Natur-Art-Elemente. So lädt die Pädagogin mitten im Wald zu einer kleinen Achtsamkeits-Meditation ein. Sie umarmt Bäume und lehrt, es ihr gleich zu tun. Alltägliche Natur wieder neu zu sehen und mit anderen Augen zu betrachten, das ist das Ziel der besonderen Reise.

Tibetische Gebetsfahnen

Beim Spaziergang greift Sabine Förtsch-Hartmann die Tradition der tibetischen Gebetsfahnen auf und wandelt sie ab. Sie hat an ein Naturseil frische rote Tulpen geknüpft. Zwischen den Blumen hängen große Efeublätter. Und auf die gilt es, seine ganz persönlichen Herzenswünsche zu schreiben. "Liebe und Hoffnung, Frieden und Gesundheit" - das seien die Wünsche, die die Welt jetzt brauche.

"Die Elemente, die ich auf der Wanderung einsetze, richten sich nach der Lebenssituation derjenigen, die ich begleite", sagt Förtsch-Hartmann. So können Menschen neue Wertschätzung erfahren, lernen, mit Krisen fertig zu werden. Sie macht Trauerbegleitung und hilft, die innere Stimme bei Entscheidungen wahrzunehmen. Die frische Luft, die positiven Gedanken und die Empathie der Natur- und Erlebnispädagogin sorgen tatsächlich für ein positives Gefühl.

Mit einer Schlussmeditation geht die Reise in eine andere Welt zu Ende. "Hinter jeder Tür wartet ein neues Abenteuer", sagt sie. Und es klingt wie eine Prophezeiung für ein wunderbar-positives, spannendes und abwechslungsreiches Jahr.